Die Wiese, der Traktor, die Zipfelmütze vom Kaspar, der Dino und die Gurke. Fünf Zweijährigen rennen mit dem IPad durch die Krippe und fotografieren alles was grün ist. Eine andere Gruppe sucht sich rote Motive. Ein paar Minuten später wird's turbulent. Alle reden durcheinander. Jeder möchte sein Motiv am Beamer zeigen und den anderen im Kindergarten vorstellen. Eine Zukunftsvision?
Nein. In der Luise Habermaaß-Kinderkrippe mit angeschlossenem Kindergarten in Bad Rodach gehören solche kleinen Abstecher in die digitale Welt zum Programm. Anders Fuchs ist Produktmanager für digitale Bildung bei Wehrfritz und für die Einführung der IPads in die Kinderwelt mitverantwortlich. "Für mich und meine drei Kids ist Digitalität nichts Verbotenes oder Geheimes. Wir entdecken die Welt gemeinsam. Ich finde es wichtig, dass auch in den Kitas den Kindern die digitale Welt vermittelt wird", sagt er und der Erfolg gibt ihm recht. Seit vier Jahren vertreibt Wehrfritz bundesweit die IPads in Kindertagesstätten und bietet Workshops zur Schulung des Fachpersonals an. Nachfrage steigend. "Mittlerweile gehen wir in die Schulen. Das Gymnasium Casimirianum arbeitet mit unseren Produkten", erläutert Fuchs.
Auf der didacta 2017 in Stuttgart präsentierte die Wehrfritz GmbH als Komplettausstatter von Bildungseinrichtungen und Marktführer im Elementarbereich zahlreiche Neuheiten zur frühkindlichen Bildung.
Wie können welche Medien sinnvoll im Bildungsbereich eingesetzt werden? Wie können digitale Lösungen den Arbeitsalltag von pädagogischen Fachkräften unterstützen und erleichtern? Wie sehen gute digitale Anwendungen aus? Auf diese und andere Fragen hat Anders Fuchs Antworten.


Skepsis weicht schnell

In verschiedenen Workshops präsentiert er zusammen mit der Leiterin der Kinderkrippe, Beatrix Hirsch und Kinderpfleger Felix Höllein computergestützte Lehr- und Lernmethoden, die Kindern auf spielerische Weise digitale Medien näherbringen und den Wunsch nach Lernen unterstützen. Daneben werden viele Projektideen und Praxistipps präsentiert. "Die anfängliche Skepsis weicht schnell. Die leichte Handhabung, der Spaß dabei und die Erleichterung bei der Arbeit überzeugen die Kritiker", hat Fuchs festgestellt.
"Es geht nicht nur darum, das IPad mit den Kindern zu nutzen und kreative Spiele zu spielen, sondern dem Personal auch den Alltag zu erleichtern", sagt Felix Höllein und zeigt Beispiele. So wird die unauffällige Beobachtung der Kindern beim Spiel möglich - "eine tolle Grundlage fürs Elterngespräch!" (Höllein). Auch für die Dokumentation des Kindergartenalltags und die persönliche Mappe der Kinder ist kein tagelanges Ausdrucken, Schnippeln, Kleben und Beschriften mehr nötig. Mit wenigen Knopfdrücken werden Seiten kinderleicht gestaltet. Ein Vater unterstreicht das: "Wir bekommen deutlich mehr Bilder von unserem Sohn. Damit bin ich als Papa näher bei meinem Kind!" Beatrix Hirsch: "Wir erstellen mehr Collagen, weil es einfach schnell geht und unkompliziert ist."
Felix Höllein ist ein begeisterter Anwender des KitaPads. So bietet die App "Puppet Pals" die Möglichkeit, dass Kinder eigene Geschichten am IPad entstehen lassen: Selbstgemalte Motive werden auf Hintergründe gelegt, wo sie sich schieben und bewegen lassen. Die Kinder können Texte sprechen und so einen kleinen Film zusammenstellen.
Auch das Vorlesen von Bilderbüchern in der Gruppe wird durch das IPad einfacher. Mittels Beamer werden die einzelnen Seiten an die Wand projiziert und alle Kinder können wie im Kino drumrum sitzen und der Erzieherin beim Vorlesen zuhören. "Das soll natürlich nicht das Vorlesen ersetzen, wenn ein Kind mal etwa mehr Zuwendung oder Trost braucht", sagt Anders Fuchs, der immer wieder betont, dass es nur um den Gebrauch des Geräts in der Gruppe geht. Weder das freie Spiel noch die Zeit draußen im Garten leiden unter dem Einsatz des IPads. "Wir möchten die notwendigen und immer wichtiger werdenden Fähigkeiten bei Kindern fördern: Kommunikation, Kreativität, Teamgeist, Methodik und Kritikfähigkeit", sagt Fuchs im Hinblick auf die Berufe, "die unsere Kinder irgendwann ergreifen und die wir ja noch gar nicht kennen".
Der Landkreis Eichstätt (Oberbayern) hat das Potenzial neuer Medien in der frühkindlichen Bildung, insbesondere in der Arbeit mit Flüchtlingskindern und deren Eltern, erkannt.
Mit dem Erwerb von 50 KitaPads und einer umfassenden Nutzerschulung durch Wehrfritz von insgesamt 60 Fachkräften legte der Landkreis Eichstätt den Grundstein für eine digitale Wissensvermittlung sowie den verantwortungsbewussten Umgang mit Medien.
In der durchgeführten Schulung wurden die Grundlagen zur Benutzung des Gerätes vermittelt sowie die Anwendung des Mediums in Kindergärten und -krippen geübt. Schwerpunkt der Schulung war der Einsatz des KitaPads zur Integration von Flüchtlingskindern. Gemeinsam erstellten alle Schulungsteilnehmer ein E-Book, das auf Knopfdruck alltägliche Gegenstände wie zum Beispiel den Tisch auf Deutsch und Arabisch benennt. Mit diesem Gerät lernen Kinder unterschiedlicher Herkunft gemeinsam und auf Augenhöhe von- und miteinander.


Über Wehrfritz
Unternehmen Seit über 75 Jahren ist Wehrfritz der kompetente Partner, wenn es um die Möblierung und Ausstattung von sozialen Einrichtungen geht: von Kinderkrippen und Kindergärten über Schulen, Horte sowie Heime aller Art bis hin zu Mehrgenerationenhäusern und Therapieeinrichtungen.
Wehrfritz ist ein Unternehmen der HABA-Firmenfamilie, zu der auch HABA, JAKO-O und project gehören. Die HABA-Firmenfamilie beschäftigt im nordbayerischen Bad Rodach (Oberfranken) etwa 1900 Mitarbeiter.

Weitere Infos zu Digitalen Medien finden Sie auf www.wehrfritz.com und zum Kita-Pad auf kitapad.info.