Beleben Autos die Innenstadt? Der gestrige verkaufsoffene Sonntag beantwortet diese Frage mit "Ja, wenn es sich um eine Präsentation neuer Modelle handelt". Rund um das Albertdenkmal konnte sich der Besucher fühlen wie im Autosalon: Nahezu alle Marken, viele neue Modelle.

Doch die Autos zogen nicht allein. "Die Tütenfrequenz ist sehr groß", stellte Citymanagerin Julika Gerlach mit einem Augenzwinkern fest. Nicht nur, dass viele Coburger und Gäste den trüben Novembertag für einen Stadtbummel nutzten - sie nutzten ihn erkennbar als Familieneinkaufstag.

Seit Jahren ist der erste Sonntag im November in Coburg verkaufsoffen, es sei denn, er fällt auf Allerheiligen oder Allerseelen. Dann dürfen die Geschäfte am zweiten Sonntag im November von 8 bis 13 Uhr öffnen. In diesem Jahr fiel der verkaufsoffene Sonntag mit dem Jahrestag des Mauerfalls zusammen - Ergebnis der friedlichen Revolution in der DDR 1989. Aber der 9. November ist auch dem Gedenken an die Pogromnacht der Nazis gegen die Juden 1938 gewidmet.

Keiner dieser beiden Anlässe verdiene es, "mit Shopping begangen zu werden", schreibt Ina Sinterhauf, Vorstandssprecherin des Coburger Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen. "Coburg wäre daher gut beraten gewesen, nicht ausgerechnet an diesem Tag einen verkaufsoffenen Sonntag anzusetzen."