In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag wurde der Tagesordnungspunkt zur Vorberatung der Straßenausbau-Beitragssatzung für Lautertal aufgrund der zunehmenden Diskussionen in Öffentlichkeit und Politik "auf Eis" gelegt. Damit folgte das Gremium auch einem Antrag der SPD-Fraktion der Gemeinde. Der anwesende Landrat Michael Busch (SPD) versicherte, dass die Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamtes hinsichtlich der Durchsetzung einer solchen Satzung in diesem "Hickhack" auf jeden Fall nicht tätig werde.

Er äußerte sich verwundert, dass plötzlich im Landtagswahlkampf neue Vorschläge auf den Tisch kommen, um bereits geltendes Recht außer Kraft setzen zu wollen. Das Gesetz sei vom Landtag beschlossen worden. "Solche in die Wege geleiteten Diskussionen einiger Politiker schaffen Unsicherheiten in der Demokratie, völlig neue Situationen, fordern aber gleichzeitig klare Entscheidungen. Ich bin gespannt, was nun am Ende dabei herauskommt", sagte Busch. Er bedankte sich bei den Bürgermeistern und kommunalen Entscheidungsträgern des Landkreises, die alles versucht hätten, die Strabs so allgemein verträglich wie möglich auf den Weg zu bringen. "Nun warten wir es erst einmal ab", sagte der Landrat.

In Oberlauter wird eine neue Buswendeanlage gebaut. Dazu stellte Bauamtsleiter Peter Welz zwei Varianten von Planungsvorschlägen vom beauftragten Ingenieurbüro SRP in Kronach vor. Gemeinderat Manfred Menzel (ÜPW) gab zu bedenken, dass für den behindertengerechten Zu- und Ausstieg zwei sogenannte "Kassler Ports" gebaut werden müssten. Bei einer Verschiebung des Objektes sei es möglich, eines eventuell einzusparen. Bürgermeister Sebastian Straubel (CSU) sagte eine entsprechende Prüfung auch einschließlich des notwendigen zusätzlichen Grundstückserwerbs durch die Verwaltung zu.


Das kommunale Gedächtnis einer Region

Diskutiert wurde im Gremium über den Beitritt zu einem noch zu gründenden Verein Archivpflegewesen im Landkreis Coburg. "Archive sind das kommunale Gedächtnis einer Region", hieß es in der Beschlussvorlage. Um diese zu pflegen, sei der Einsatz von Fachpersonal erforderlich. Auf die Gemeinde kämen für einen Zeitraum von fünf Jahren Kosten von knapp 22 000 Euro zu. Zweiter Bürgermeister Martin Rebhan machte zwar deutlich, dass er die Notwendigkeit einer gründlichen Archivierung durchaus sehe, stellte jedoch die Frage, ob man dazu wirklich "einen Studierten" über den Verein brauche, der dann lediglich rund 14 Tage in der Kommune tätig sein könne. Sicher hätte die Gemeindeverwaltung auch fähige Leute, die eine solche Aufgabe stemmen könnten. Sebastian Straubel gab zu bedenken, diese Aufgabe des Archivwesens nicht zu unterschätzen sei. Hier sei zu ermitteln, was und wie sinnvoll archiviert werden muss. Auch viel rechtliches Wissen sei dazu erforderlich. Das Archivwesen nicht zu unterschätzen empfahl auch Gemeinderat Bernd Wicklein (ÜPW). Bei drei Gegenstimmen wurde schließlich die Verwaltung beauftragt, mit weiterhin interessierten Städten und Gemeinden des Landkreises die Vereinsgründung einschließlich mit Satzung und Beitragsordnung vorzubereiten und dem Gemeinderat erneut zur Beschlussfassung vorzulegen.

Einstimmigkeit herrschte bezüglich des Abschlusses einer Zweckvereinbarung zur gemeinschaftlichen Nutzung der Zentralen Beschaffungsstelle der Stadt Coburg. Die Kommunen seien als öffentliche Auftraggeber verpflichtetet, Liefer-, Dienst- und Bauleistungen im Wettbewerb und auf dem Wege transparenter Vergabeverfahren zu beschaffen, erläuterte Gemeindegeschäftsführer Hans Frieß. Das Vergaberecht habe sich zu einer sehr komplexen Materie entwickelt und sei deshalb ohne externe fachliche Beratungshilfe kaum mehr darstellbar. Außerdem würde so durch gemeinsame Vergabelösungen ein einheitlicher Standard erreicht.

Festgestellt wurde die Jahresrechnung des Haushaltsjahres 2015, nachdem Zweiter Bürgermeister Martin Rebhan (SPD) das Ergebnis der Rechnungsprüfungen durch den Ausschuss mit den entsprechenden Vorschlägen erläutert hatte. Er bedankte sich bei Kämmerin Antje Süße, Mitarbeiter Daniel Schreiber und dem ehemaligen Kämmerer Horst Engelhardt für deren vorbildliche Tätigkeit. Der Gesamthaushalt 2015 wurde mit einem Ergebnis von 9,134 Millionen festgestellt und einstimmige Entlastung erteilt.

Der Gemeinderat stellt dem TSV Unterlauter auf Antrag für den Austausch der Flutlichtanlage des Trainingsplatzes und der Hallenbeleuchtung in der Kulturhalle eine Summe von 8500 Euro nach Vorlage der Antrags- und Kostenunterlagen vor Beginn der Maßnahme in Aussicht.
Für die sehr konstruktive Zusammenarbeit und das gute Miteinander im vergangenen Jahr bedankte sich Bürgermeister Sebastian Straubel in seiner Jahresabschlussrede. Viel sei geleistet und zum Wohle der Bürger auf den Weg gebracht worden. Als Erfolgsgeheimnis bezeichnete er, dass immer sachlich diskutiert und gemeinsam um die besten Lösungen gerungen werde. Als Beispiel nannte er den Kindergartenumbau und Investitionen in der Schule, den Anbau an der Kinderkrippe, umfangreiche Straßen- und Brückenarbeiten, aber auch die Entwicklung eines Corporate Designs für die Gemeinde, den Dorfteich Rottenbach, die neuen Baugebiete, den neuen Sitzungssaal, die Verlängerung der Stadtbuslinie und eine ganze Reihe anderer Dinge. Er würdigte auch das Ehrenamt der Gemeinderäte und Führungen der Vereine sowie weiterer engagierter Bürger.

Bestätigt wurde der von der Versammlung der FW mit 33 der 36 gültigen Stimmen neu gewählte stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Lautertal, Patrick Grieb. Die Neuwahl war nach dem aus persönlichen Gründen zurückgetretenen André Wachsmann notwendig geworden.

Wichtige Bekanntgaben durch den Bürgermeister:
- Auftrag geotechnischer Bericht zum Bau der Buswendeanlage Oberlauter, Auftrag an Ingenieurbüro Dr. Ruppert und Felder, Bayreuth (2500 Euro)
- Auftragsvergabe für neue Beleuchtung in den Büroräumen des Rathauses an Firma Greiner, Rödental (8000 Euro)
- Schallschutzmaßnahmen in der Kindergartengruppe "Kleiner Klecks" in der Mittelschule an die Firma Wittig und Paulfranz, Rödental (14 000 Euro)
- Kauf eines neuen Transporters für den Bauhof (17 000 Euro)
Für den Einbau einer Kindergartengruppe in der Mittelschule "Am Lauterberg" wurde durch die Regierung von Oberfranken eine Zuschuss-Teilzuweisung von 95 000 Euro bewilligt.


Hohe Auszeichnung für Udo Oppel

Bei der Jahresabschlusssitzung des Gemeinderates wurde Udo Oppel für seine langjährigen Verdienste mit der Kommunalen Dankurkunde ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang würdigten Landrat Michael Busch und Bürgermeister Sebastian Straubel die Bedeutung des Ehrenamts und das großartige Engagement von Udo Oppel für das Wohl der Bürger und der Gemeinde. Udo Oppel war bis 2002 Mitglied es Gemeinderates und ist seit 2003 Ortssprecher für Rottenbach. "Seit fast zwei Jahrzehnten bist du ein Streiter für die Belange deiner Ortsbürger sowie für die gesamte Kommune", sagte Straubel anerkennend. Viele Projekte für den Ostteil trügen die Handschrift Oppels. Er nannte unter anderem den Bau des neuen Feuerwehrhauses 2009, die Sanierung der Ortsdurchfahrt, den Dorfteich, den Bau der Abwasserleitung nach Tremersdorf und vieles mehr.