Die regionale Ausbildungsmesse "NEC Azubi" findet in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal statt. Aufgrund der starken Nachfrage in der Vergangenheit hat die Messe erstmals gleich zwei Tage lang geöffnet: am Freitag, 13. April, von 8 bis 13 Uhr sowie am Samstag, 14. April, von 10 bis 13 Uhr. In der Frankenhalle stellen 32 Betriebe und Institutionen mehr als 50 Ausbildungsberufe vor. Im direkten Gespräch können sich Schüler ein Bild davon machen, welcher Beruf zu ihnen am besten passt.
Matthias Dietz, Geschäftsleiter der Federnfabrik Dietz, ist einer der Initiatoren der Messe. Im Gespräch mit dem Tageblatt geht es unter anderem darum, wie sich die Situation in den vergangenen zwölf Jahren komplett verändert hat: Damals gab es viel mehr Interessenten als Ausbildungsplätze - heute ist es genau anders herum.

Herr Dietz, Sie sind Initiator der Ausbildungsmesse "NEC Azubi". Warum liegt Ihnen die Nachwuchsförderung so sehr am Herzen?
Matthias Dietz: Die duale Ausbildung ist ein Grundpfeiler unserer wirtschaftlichen Entwicklung. Internes Wachstum kann nur durch eine fundierte Ausbildung erfolgen. Je besser die Mitarbeiter ausgebildet sind, desto erfolgreicher kann das Unternehmen am Markt agieren. Wir sind in den letzten Jahren überdurchschnittlich gewachsen und haben einen Großteil der Fachkräfte aus der eigenen Ausbildung rekrutiert. Auch sehe ich die Schaffung von Ausbildungsmöglichkeiten als gesellschaftliche Verantwortung. Gerade wir Mittelständler müssen hier Möglichkeiten schaffen, den Jugendlichen eine Zukunft im Raum Coburg zu geben.

Die Messe ist kontinuierlich gewachsen und findet in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal statt - mit 32 Betrieben und Institutionen, die mehr als 50 Ausbildungsberufe präsentieren. Ist dieser Erfolg aber auch ein Zeichen dafür, dass der Wettbewerb um die "Fachkräfte von morgen" immer schwieriger wird?
Als wir vor zwölf Jahren gestartet sind, haben uns viele nicht ernst genommen. Damals gab es viel mehr Interessenten als Ausbildungsplätze. Heute hat sich die Situation komplett gedreht. Wir haben aktuell einen Ausbildungsmarkt, wo sich potenzielle Bewerber unter vielen Ausbildungsplätzen den für sie besten Ausbilder aussuchen können. Selbstredend ist dadurch der Wettbewerb unter den Firmen angestiegen. Erfolgreich behaupten kann sich ein Ausbilder nur, wenn er innovativ ist, ein breites Spektrum an Möglichkeiten anbietet sowie auch mögliche Aufstiegschancen aufzeigt.

Wie erklären Sie einem künftigen Abiturienten, dass es sich lohnt, in der Region zu bleiben oder hier zumindest mit einer Ausbildung zu beginnen?
Die duale Ausbildung ist keine Einbahnstraße. Nach der eingeschlagenen Ausbildung kann man sich jederzeit weiterbilden. Mit der Weiterbildung zum Techniker, Meister oder gar Fachwirt kann man über den zweiten Bildungsweg ebenso in Führungspositionen kommen. Aber auch die dualen Studiengänge stehen zur Verfügung. Hier gibt es viele Studiengänge, die parallel zur Ausbildung vorangetrieben werden können. Für Unternehmen sind die dualen Studenten besonders interessant, da sie neben den theoretischen Kenntnissen, die an Hochschulen vermittelt werden, auch die praktische Erfahrung mitbringen. Hier gibt es gerade in unserer Region viele Möglichkeiten.

Die vielen Möglichkeiten, die bei der Messe aufgezeigt werden, richten sich an Schüler aller Schularten. Welche Erfahrung haben Sie in Ihrem Unternehmen mit Mittel- und Realschülern gemacht?
Wir bei Dietz haben uns noch nie auf spezielle Schulbildungen konzentriert. Uns kommt es immer auf den Ehrgeiz des Bewerbers an. Durch interne Weiterbildungen kann man auch einen mittelmäßigen Mittelschüler zu einem guten Abschluss führen - wenn der Wille da ist. Die Bewerbungen, die bei uns eingehen, sind daher auch durch die Bank von unterschiedlichen Schulen. Sicher gibt es aber auch Ausbildungsberufe, in denen sich Realschüler durch den vermittelten Schulstoff einfacher tun als Mittelschüler.

Sehen Sie die Region für die Zukunft gut aufgestellt? Oder, anders gefragt: Wo würden Sie sich noch bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft wünschen?
Gerade im Bereich des dualen Studiums gibt es in unserer Region viele positive Ansätze. Aber auch im klassischen dualen Berufsausbildungsbereich gibt es viele hochengagierte Firmen, die eine hervorragende Ausbildung anbieten. Wo es aber definitiv hakt, ist die schulische Ausbildung. So haben wir einen akuten Bedarf an Berufsschullehrern, der aktuell nicht zu unserer Zufriedenheit erfüllt werden kann. Hier ist das Bildungsministerium gefragt, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit wir den Raum Coburg auch in Zukunft als einen der stärksten Wirtschaftsräume in Deutschland erhalten können.


Eine Messe, zwei Tage

Termin Die Neustadter Ausbildungsmesse "NEC Azubi 12.0" findet am Freitag, 13. April, von 8 bis 13 Uhr sowie am Samstag, 14. April, von 10 bis 13 Uhr in der Frankenhalle statt. Unter dem Motto "Kommen, informieren, bewerben" richtet sie sich an Schüler, die sich über Ausbildungsberufe informieren wollen. Auch Eltern sind willkommen. Der Eintritt ist frei.