Wie macht man einem Hund klar, wo er im Garten drüber laufen darf und wo nicht? Der Nachbarshund, nennen wir ihn Strolchi, zehn Jahre alt, ein in Würde ergrauter älterer Herr also, schlendert durch den gemeinsamen Garten, nascht hier einen Grashalm, dort ein Gänseblümchen... und landet irgendwann im Blumenbeet, um das die Hausherrin extra ein paar Steine herumdrapiert hat, damit ihr Liebster beim Rasenmähen nicht aus Versehen die Zinnien und das Kürbispflänzchen platt macht. Strolchi kümmert die Begrenzung aber herzlich wenig, er tappt mitten hinein und mampft fröhlich weiter Grashalme. Immerhin, dass sein Herrchen mit Schärfe in der Stimme seinen Namen brüllt und dabei wild mit den Armen fuchtelt, verjagt Strolchi aus dem Beet. Zwei Meter weiter bleibt der Hund stehen, guckt sich nach der Beetbesitzerin um und hebt dann das Bein... an ihrem geliebten Rosenstock. "Ätsch!", sagt der äußerst vorwurfsvolle Hundeblick. Angepisst eben!