Angefangen hat alles mit dem Salvatorfriedhof. Damals ging es um die Erhaltung der grünen Oase. "Wir hatten gehört, dass ein Biergarten aus der Nachbarschaft mehr Platz beansprucht und Bäume gefällt werden sollen", erzählt Christa Minier, Vorsitzende des Vereins. Die Sorgen konnten zwar zerstreut werden, aber noch heute ist die Erhaltung der Denkmäler auf dem Salvatorf riedhof ein Thema in der Stadt - unter anderem bei einer Veranstaltung der Altstadtfreunde vor der Kommunalwahl.

Die Vereinsmitglieder machten sich im Vorfeld der Sanierung des Albertsplatzes stark für die Rettung der Linden. Damit hatten sie keinen Erfolg. Das Konzept sah anderes vor, die Linden wurden durch Gleditschien ersetzt. Besser lief es beim Einsatz für den Erhalt von Häusern an der Südseite des Platzes. "Da sollten einige abgerissen werden. Wir haben uns an die Regierung von Oberfranken gewandt und Regierungspräsident Wilhelm Wenning war selbst da", erinnert sich Christa Minier. Die Folge: Die Häuser bleiben stehen und werden saniert. Die Vorsitzende verbucht das unter Erfolg. Auch die vom Verfall bedrohten Häuser in der Ketschengasse konnten nach anfänglichen Schwierigkeiten zum größten Teil verkauft werden - mit dem Segen der Regierung von Oberfranken, die einen niedrigeren Preis als den ursprünglich angesetzten akzeptierte. "Wir haben uns von Anfang an für die Sanierung der Häuser eingesetzt."

"Uns geht es vor allem darum, die Menschen für mehr Denkmalschutz zu sensibilisieren", sagt Christa Minier. Denn in der Vergangenheit seien zu viele Bausünden begangen worden. "Wir wünschen uns, dass die Stadt attraktiv bleibt, dass sie sich von anderen Städten abhebt, damit Fachkräfte angelockt werden." Die Substanz sei da, sie müsse aber auch genutzt werden. Noch immer gebe es aber über 100 Leerstände in der Stadt.

Vernissage mit Jazz und Torte

Welche Schätze es in Coburg gibt und welch reiche Tradition, wollen die Altstadtfreunde anhand einer Ausstellung in den früheren Geschäftsräumen von Gardinen-Zapf am Albertsplatz demonstrieren. Am Samstag, 5. Juli, um 11 Uhr wird sie eröffnet. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Geschichte von Unternehmen, die fast alle ihren Hauptsitz in der Stadt haben, weltweit tätig und zum Teil sogar Marktführer in ihrer Branche sind. Aber auch Kleingewerbe und Handwerkshäuser kommen vor - wie sie einst aussahen und wie sie sich heute darstellen.
Dazu gibt es Fotos, die die Firmen selbst zur Verfügung gestellt haben und Texte von Christa Minier. Für das Layout zeichnet Vorstandsmitglied Michael Heinrich, Professor an der Fakultät Design der Hochschule Coburg, verantwortlich. Zur Eröffnung wird ein Jazz-Duo musizieren. Es gibt eine Geburtstagstorte und Getränke.

Unterstützung bei der Realisierung der Ausstellung erhielten die Altstadtfreunde unter anderem vom Stadtarchiv, der Initiative Stadtmuseum, vom Wirtschaftsarchiv München und von Privatleuten. Vor allem aber sind die Vereinsmitglieder dem Besitzer des Hauses in der Ketschengasse 28 dankbar. "Die Räume des ehemaligen Gardinengeschäfts werden uns kostenlos zur Verfügung gestellt", sagt Christa Minier. Die Ausstellung ist bis zum 11. Juli zu sehen.