Andreas Engel hält sich noch bedeckt. "Wir sind in den größten Zügen fertig, aber mit dem detaillierten Konzept für das Gebäude werden wir voraussichtlich erst im August fertig sein", sagt er. Seit fast 100 Jahren ist das Haus im Besitz der Firma Leise. "Es ist der Gründungssitz unseres Unternehmens", sagt Andreas Engel, einer der Geschäftsführer und für das Sanierungsprojekt in der Herrngasse zuständig. Nachdem das Unternehmen 1972 an den Stadtrand umgezogen war, passierte nicht viel an dem Gebäude in der Innenstadt. 1976 wurden die Fenster im ersten Obergeschoss erneuert, 1989 die rückwärtige Fassade saniert.

Doch damit sollte das Schicksal des Hauses nicht besiegelt werden. "Immerhin ist die Herrngasse eine der schönsten Gassen in Coburg", stellt Andreas Engel fest. Also beschloss die Geschäftsführung, der auch Bruder Thomas Engel angehört, aus dem früheren Firmensitz etwas zu machen. Das gesamte Haus wird seit längerem saniert.

"Wir wollen mit dazu beitragen, die Stadt weiter zu beleben." Und weil im Zentrum Räume für kleinere kulturelle Veranstaltungen rar sind, wird im Erdgeschoss ein Multifunktionsraum mit einer kleinen Bühne eingerichtet. Der kann dann für Musikveranstaltungen und Kleinkunst genutzt, aber auch für Familienfeiern gemietet werden. Eine Bar und eine Küche bieten dafür die Voraussetzungen. Auch für Seminare stehe das Erdgeschoss zur Verfügung, erläutert der Leise-Geschäftsführer. "Das werden wir für die eigene Firma ebenfalls in Anspruch nehmen." Nichts also mit "Leisesein am Markt", obwohl ein Schriftzug am Haus das impliziert.

Wohnraum für Studenten

Wer nach einer Feier oder einem Seminar auswärtige Gäste unterbringen muss, könnte das im ersten Obergeschoss tun. "Dort richten wir Appartements ein." Die wären auch als Ferienwohnungen nutzbar. Es bleiben in dem großen Gebäude aber immer noch zwei Stockwerke. Dort kann sich Andreas Engel die Einrichtung von studentischem Wohnraum vorstellen. "Da gibt es ja in Coburg einen großen Bedarf."

"Sobald wir mit unserem Konzept fertig sind, werden wir erst einmal ein paar Formate ausprobieren. Wahrscheinlich im September." Momentan bestimmen noch die Handwerker das Bild in der Herrngasse 2. Doch im Erdgeschoss ist bereits zu sehen, was Nutzer und Besucher in Zukunft erwartet. Was schon wie fertig aussieht, ist für Andreas Engel aber erst eine Zwischenstufe. "Wir werden mit unterschiedlichem Lichtdesign arbeiten. Das entwickeln wir gerade zusammen mit einem Designer."