Eine kugelförmige Installation umgibt derzeit die Prinz-Albert-Statue auf dem Marktplatz. Was es damit auf sich hat? Sie sind ein Hinweis auf die 31. Coburger Designtage, die heute auf dem Gelände des historischen Güterbahnhofs eröffnet werden. Die Hauptausstellung wird in diesem Jahr den Ideen und Visionen Prinz Alberts gewidmet.

Der Grund: "Prinz Albert feiert seinen 200. Geburtstag", sagt Auwi Stübbe, Vorsitzender des Coburger Designforums Oberfranken. Vor etwa vier Jahren wurde schon einmal mit einer derartigen Konstruktion um das Denkmal auf die Designtage aufmerksam gemacht. Dieses Mal soll so vor allem eines verdeutlicht werden: "Prinz Albert war zu seiner Zeit Teil eines weltumspannenden Herrschersystems. Dafür steht die Kugel", erklärt Stübbe.

Um die Installation sind fünf Tafeln befestigt, die in einer "besonderen Weise" auf Albert hinweisen sollen. Eine davon ist der ersten Weltausstellung 1851 in London gewidmet. Für diese hat Prinz Albert als Vorsitzender des Komitees einen entscheidenden Beitrag geleistet: Er hat den Bau des Crystal Palace, in dem die Ausstellung stattfand, in die Wege geleitet.

Gewächshäuser als Vorlage

"Der Crystal Palace ist das sensationellste Bauwerk des Jahrhunderts", findet Stübbe. Das Gebäude sei nach noch heute gültigen Kriterien im Londoner Stadtteil Sydenham errichtet worden und bestand aus einzelnen Modulen. So konnte es nach der Weltausstellung abgebaut und im Stadtteil Lewisham neu aufgebaut werden, wo es dann 1936 abgebrannt ist.

Die Idee geht auf den Gartenarchitekten Joseph Paxton zurück. Von den mehr als 200 eingereichten Vorschlägen konnte keiner Albert überzeugen. Bis Paxton mit einer Skizze auf Löschpapier auf ihn zukam. "Paxton hatte bereits selbst Gewächshäuser gebaut und legte einen Entwurf im Stil eines großen Gewächshauses vor. Albert war begeistert", erzählt Stübbe.

Bäume in Crystal Palace integriert

Eigens für den Bau des Crystal Palace wurde eine Methode für die industrielle Herstellung von Glas erfunden. Außerdem wurden Stahl und Beton verwendet. "Während alle anderen Entwürfe keine Bäume vorsahen, wollte Paxton um diese herumbauen und sie so in die Halle integrieren", schildert Stübbe.

Für den Bau des Crystal Palace unter der Leitung von Charles Fox und Henderson wurden 2000 Eisenbahner benötigt. Ursprünglich waren nur 100 000 Pfund für das Gebäude vorgesehen. "Weil der Bau an einem anderen Ort aufgebaut werden konnte und somit recyclebar war, wurde das Budget um 30 000 Pfund aufgestockt", sagt Stübbe.

Seiner Einschätzung nach wurde der Prinz von den Coburgern unterschätzt, denn er habe zu Lebzeit Weltbewegendes in London vollbracht. "Albert hat den sozialen Wohnungsbau und das Konzept der englischen Musterfarmen maßgeblich geprägt", so Stübbe. Trotz Wohnsitz in London hat Albert auch weiterhin im Coburger Land gewirkt: Auf sein Anraten hin hat Alberts Bruder Herzog Ernst II von Sachsen-Coburg und Gotha die Ernstfarm in Scheuerfeld nach dem Vorbild der Musterfarm bauen lassen. Die anderen Tafeln, die um die Prinz-Albert-Statue angebracht wurden, widmen sich unter anderem dem Denkmal im Wandel der Zeit und den Weltausstellungen.