Yvonne Schoenek fliegt seit 22 Jahren. Mit dem Kunstfliegen hat die Pilotin aber erst vor etwa vier Jahren angefangen. Die Air-Show am Wochenende auf der Brandensteinsebene ist für Yvonne Schoenek eine Premiere, sie ist zum ersten Mal in Coburg dabei. "Fliegen war schon immer mein Traum", sagt sie und blickt zu ihrer knallroten Extra 330 SCE. Normalerweise ist die Kunstfliegerin mit etwas größeren Maschinen unterwegs, denn sie arbeitet als Kapitänin bei der Lufthansa City. Den Reiz, einmal mit dem Passagierflieger einen Looping zu drehen, verspüre sie aber nie, verrät sie. "Arbeit und Hobby werden bei mir getrennt."

Als Yvonne Schoenek am Samstag mit ihrem Flugzeug durch die Coburger Wolken fegt, versetzt sie die Zuschauer in Staunen. Mit Hilfe von Rauchmaschinen und durch beeindruckende Flugfiguren zaubert sie Muster in den blauen Himmel, die dank des schönen Wetters noch besser zur Geltung kommen. Als sie mitten im Flug plötzlich den Motor abstellt und den Eindruck vermittelt, sie stürze ab, veschlägt es dem einen oder anderen Zuschauer doch kurz den Atem. Doch gleich darauf rauscht die Pilotin in den nächsten Looping und lässt die Besucher erleichert aufatmen. Mit begeistertem Applaus empfängt das Publikum die Fliegerin zurück am Boden und auch Yvonne Schoenek hatte riesigen Spaß: "Fliegen ist die schönste Sache auf der Welt."

Sehr zufrieden mit dem Ansturm

"Sogar Besucher aus Frankreich und Österreich sind hier." Für Michael Eschenbacher, Veranstaltugsleiter der Air-Show auf dem Coburger Flugplatz Brandensteinsebene, hätte das Wochenende kaum besser laufen können. Die Sonne zeigt sich von ihrer besten Seite und für jeden Besucher sei bei der großen Zahl der Flugzeuge etwas dabei, wobei Eschenbacher selbst keinen Favoriten nennen will. Zufrieden ist der Veranstaltungschef auch mit der Resonanz: "Viel mehr Zuschauer als in den vergangenen Jahren", resümiert er.

Neben den vielseitigen Flugattraktionen bietet die Air-Show auch jede Menge anderweitige Unterhaltung. Die Besucher haben beispielsweise die Möglichkeit, mittels eines Flugsimulators selbst im Cockpit einer Cessna 172 zu sitzen - das typische Schulflugzeug, mit dem jeder Pilot zu Beginn seiner Karriere das Fliegen lernt. Für zehn Minuten kann jeder Gast einen Einblick in den Arbeitsalltag eines Piloten gewinnen.

Die Chance, einen Blick in ein echtes Cockpit zu werfen, besteht selbstverständlich auch. So zeigt Pilot Otto Bader den Besuchern das Innenleben eines Privatjets, einer Piper P-34. Als IFR-Pilot (instrument flight rules), auch Schlechtwetterpilot oder Blindflieger genannt, fliegt Bader den Jet bei schlechten Sichtverhältnissen ausschließlich mit Hilfe der Instrumente an Bord.