Mit dem Waffenstillstand von Compagnie endete der Erste Weltkrieg am 11. November 1918 und setzte damit einen Schlusspunkt unter den bis dahin umfassendsten Krieg der Weltgeschichte. Mehr als sechs Millionen Menschen verloren darin ihr Leben, drei Millionen Frauen wurden zu Witwen, sechs Millionen Kinder zu Waisen. Unzählige Menschen wurden schwer verwundet und litten unter den Folgen. Das Ende des Krieges und die in unmittelbarem Zusammenhang stehenden Umwälzungen wirken bis heute nach. Das Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges und der darauf folgenden Kriege wird weltweit begangen.

Nicht nur in Paris und London fanden diese Feierlichkeiten unter internationaler Beteiligung statt, auch Bürgermeister Sven Gregor aus Eisfeld, Bürgermeister Martin Finzel aus Ahorn und Bürgermeister a. D. Gerd Braun wurde diese Ehre zu teil. Auf Einladung von Bürgermeister Gregory Labille erlebte eine kleine deutsche Delegation die Gedenkveranstaltungen in Eisfelds Partnergemeinde, der Stadt Ham an der Somme. Inmitten der großen Schlachtfelder des Ersten und Zweiten Weltkriegs gelegen, wurde die Kleinstadt im März 1917 fast vollständig zerstört. Von ursprünglich mehr als 800 Häusern blieben nach der systematischen Sprengung durch die deutsche Armee nur noch 40 bewohnbare Gebäude übrig. Die mittelalterliche Burganlage wurde vollständig gesprengt und auch die Kirche war nur noch in den Grundmauern erhalten geblieben.

Frieden erhalten

Umso bedeutender der Schritt des gemeinsamen deutsch-französischen Gedenkens. Über mehrere Tage fanden unter beeindruckender Beteiligung der Bevölkerung, der Schulen, der Kirchen, und der Militärverbände ganz unterschiedliche Gedenkveranstaltungen statt, bei denen das Bewusstsein im Mittelpunkt stand, den Frieden im Herzen Europas zu erhalten. Im Rahmen der zentralen Feierstunde übergab die deutsche Delegation eine aus Bronze gegossene Friedenstaube. Die junge Generation wurde in das Gedenken einbezogen und es war bewegender Höhepunkt, als ein großer Kinderchor in der wieder aufgebauten Kirche die deutsche und die französische Nationalhymne sowie die Europahymne sang.

In Frankreich und England ist die Erinnerung an die gefallenen Soldaten immer auch mit dem Symbol der Mohnblume und der Kornblume verbunden. Beide wehen über den Schlachtfeldern und bedecken die Gräber der oft unbekannten Soldaten. Als Symbol erhielten beide Bürgermeister am Baum der Freiheit, der noch immer inmitten der gesprengten Burganlage steht und anlässlich der französischen Revolution gepflanzt wurde, von Bürgermeister Gregory Labille je eine Mohn- und eine Kornblume überreicht. Diese Geste bildete den Abschluss eines würdevollen Gedenkens auf Augenhöhe, in dessen Verlauf 14 unterschiedliche Veranstaltungen stattfanden und der gefallenen Soldaten, ob auf französischen, britischen oder deutschen Friedhöfen, würdevoll gedacht wurde.