Die Post erlebt zurzeit ihr blaues Wunder: Das Gebäude in der Hindenburgstraße ist nämlich verhüllt. Doch auch das, was hinter der blauen Plane passiert, dürfte viele Coburger schon bald überraschen. Denn im Zuge ihrer Sanierung wird die Fassade auch eine neue Farbe bekommen. Das markante Gelb, das zuletzt aber schon stark verblasst war, ist bald Geschichte. Obwohl: Wirklich historisch war das Gelb eigentlich nie - und genau deshalb wird es auch verschwinden.

Wie Robin Sauerbrey, einer der Eigentümer der Immobilie, erklärt, habe man sich nach Rücksprache mit den Denkmalschützern für ein "gebrochenes Weiß" entschieden. Diese Farbe hatte das Gebäude auch bei seiner Errichtung in den Jahren 1929 bis 1931. Das Gelb kam erst später, weshalb auch die Denkmalschützer sehr einverstanden damit sind, wenn es jetzt wieder verschwindet.

Zeitplan hängt vom Wetter ab

Und ab wann wird das Gebäude im neuen Weiß erstrahlen? "Wir hoffen, dass wir die Hauptfront Richtung Hindenburgstraße noch vor dem Winter fertigbekommen", sagt Matthias Scheler, der als Putzerpolier die Arbeiten hinter der blauen Plane koordiniert. "Vieles hängt eben vom Wetter ab!"

Routiniert erzählt Matthias Scheler von den einzelnen Arbeitsschritten: Erst muss die Fassade grau gespachtelt werden; dann wird der Putzgrund aufgetragen, ehe ein Putz mit sogenannter "5er Rille" folgt; abschließend wird alles zweimal mit der neuen weißen Farbe gestrichen. Angesichts der enormen Größe des Gebäudes wird dafür einiges an Zeit benötigt.

Es gibt noch größere Projekte

Auf die Frage, ob die Sanierung der Post-Fassade in Coburg sein bislang größtes Projekt ist, gibt sich der Putz- und Malerexperte aber ebenso gelassen wie routiniert: "Ach, wir haben mal ein Hochhaus in Neustadt verputzt, das hatte noch viel mehr Quadratmeter!"

Das Post-Gebäude in der Hindenburgstraße gilt als "das bedeutendste Bauwerk der Neuen Sachlichkeit in Coburg", wie Otto Titz und Peter Morsbach in ihrem Buch "Denkmäler in Bayern - Stadt Coburg" schreiben. Der Entwurf stammt von der Oberpostdirektion Bamberg unter der damaligen Leitung von Robert Simm. Die Planung erfolgte in Abstimmung mit der Münchner Hochbauabteilung des Reichspostministeriums, in der Simm vorher tätig war. Besonders markant ist der Haupteingang mit den drei Rundbogenarkaden.

Auch interessant: Das 1931 eingeweihte Post-Gebäude in der Hindenburgstraße ersetzte damals das damalige Reichspostgebäude, das sich am Oberen Bürglaß 34/36 befand. Dieses Gebäude wird heute vom Arbeitsgericht und vom Gewerbeaufsichtsamt genutzt.