Drei Jungs, drei Buchstaben, ein Kult: Morten Harket, Magne Furuholmen und Pål Waaktaar-Savoy sind "a-ha". Die norwegische Popband hat soeben ihre große Europa-Tournee begonnen. Am Mittwoch, 22. August, steht Coburg auf dem Plan. Keyboarder Magne Furuholmen verrät, was die Fans erwartet.

Tageblatt:Wie war der Start der Tournee?
Magne Furuholmen: Sehr gut! Unglaublich schön! Wir hatten vor allem Glück mit dem Wetter - denn bislang haben wir bei der Tour ja immer nur im Freien gespielt. Wir haben jetzt noch ein paar Konzerte in England, und dann freue ich mich noch den Rest von Europa zu sehen.

Haben Sie schon jemals von
Coburg gehört?
Ja, ich habe davon gehört. Aber ich weiß eigentlich nichts über die Stadt. Können Sie mir etwas darüber erzählen?

Coburg ist eine eher kleine Stadt. Aber der Schlossplatz, auf dem die Konzerte stattfinden, ist toll. Viele Stars sind dort bereits aufgetreten: zum Beispiel Whitney Houston oder Elton John.
Klingt spannend! Wir freuen uns, dorthin zu kommen. Ich finde es schön, Orte zu besuchen, an die ich normalerweise nicht kommen würde. Meistens treten wir ja in großen Städten auf, und das ist auch angenehm. Aber mir gefällt es, auch mal in andere Gegenden zu kommen. Das ist erfrischend!

Gibt es einen Unterschied, was das a-ha-Publikum in den verschiedenen Ländern betrifft?
Ja, denn in den verschiedenen Ländern, in denen wir spielen, sind auch verschiedene Alben von uns beliebt. In Deutschland hatten wir aber eigentlich immer den größten Erfolg, und ich bin immer wieder überrascht, wenn beim Spielen von eher unbekannteren Liedern die Fans plötzlich mitsingen.

Was können die Fans vom Konzert in Coburg erwarten?
Eine Mischung aus den Hits der 80er, 90er und 2000er Jahre. Wir spielen Lieder aus beinahe allen Alben. Außerdem gibt es von einigen bekannten Liedern neue Versionen. Es wird eine "mixed bag of tricks" (was auf Deutsch so viel meint wie "gemischte Trickkiste"; Anm. d. Red.).

Sie haben viele Hits: Wie wählen Sie die Lieder für ein Konzert aus?
Ja, das ist schwierig. Wir wählen zunächst 25 Songs aus, von denen dann 18 oder 19 genommen werden. Das Konzert soll wie ein Marathon sein: Die Leute dürfen nicht gleich erschöpft sein. Ich möchte, dass die Fans gerührt sind, mal glücklich und mal traurig. Unser Konzert soll eine emotionale Reise sein.

Sie stehen seit über 30 Jahren auf der Bühne. Haben Sie immer noch Spaß dabei?
Ja, ich mag das! Konzerte geben mir sehr viel Zufriedenheit, ich genieße dieses Leben. Und die Fans geben uns bei Konzerten so viel zurück. Das Ziel ist auch gar nicht die perfekte Show, sondern der perfekte Moment. Im Grunde darf man sich nicht so viele Sorgen machen. Wir sollten dieses Leben nicht für selbstverständlich nehmen, denn es ist etwas Besonderes.
Lust auf ein kleines Spiel, Magne Furuholmen? Ja, er hatte. Wir haben ihm jeweils zwei Begriffe genannt, und er sollte sagen, was er bevorzugt - inklusive kleiner Erklärung.

"Crying in the rain" oder "Dancing in the sun"?
Magne Furuholmen: Crying in the rain! Es macht Spaß, dieses Lied zu spielen - wir sind ja eine etwas melancholische Band!
(Hintergrund: 1990 veröffentlichte a-ha den Song "Crying In The Rain", der es in Deutschland bis auf Platz 6 der Charts schaffte; es handelte sich dabei um eine Coverversion - das Original stammt von den Everly Brothers aus dem Jahre 1961)

"Manhattan Skyline" oder "Oslo Fjord"?
Oh, das ist schwierig! Ich liebe den Oslo Fjord. Er liegt sozusagen direkt vor meiner Haustür. Aber "Manhattan Skyline" ist eines meiner Lieblingslieder, das wir auch auf der Tour spielen werden - allerdings in einer ganz besonderen Version!

Timothy Dalton oder Daniel Craig?
Kommt darauf an, wie die Frage gemeint ist! Timothy Dalton ist ein fantastischer Theaterschauspieler. Aber als James Bond finde ich Daniel Craig besser.
(Hintergrund: Für den einzigen James-Bond-Film mit Timothy Dalton in der Hauptrolle - "Der Hauch des Todes" - lieferte a-ha 1987 den Song "The Living Daylights")

Studio oder live auf der Bühne?
Oh, da ist es unmöglich, sich zu entscheiden! Im Studio ist man alleine mit den Instrumenten. Man konzentriert sich, ist kreativ und schafft etwas Neues. Auf der Bühne geht es um Kommunikation - und darum, mit Menschen zu interagieren. Das ist toll, aber ich würde trotzdem nie auf das Musikmachen im Studio verzichten wollen.

Fußball-WM oder olympische Winterspiele?
Olympische Winterspiele!
(Hintergrund: Norwegen hat sich auch für die diesjährige Fußball-WM mal wieder nicht qualifizieren können - bei Olympia 2018 in Pyeongchang hingegen triumphierte Norwegen und führte am Ende den Medaillenspiegel klar an)
Zusatzfrage: Treiben Sie selbst Sport?
Also in meiner Vorstellung sehr viel! (lacht) Aber in der Realität eher weniger. Ich spiele ab und zu Tennis, habe Spaß mit meinem Hund und wenn es nicht zu kalt ist, gehe ich auch schwimmen. Als ich jünger war, habe ich mehr Sport gemacht, heute beschäftige ich mich in meiner Freizeit eher künstlerisch.
(Hintergrund: Magne Furuholmen ist inzwischen tatsächlich auch in der Kunstszene durchaus anerkannt. Als Maler und bildender Künstler hatte er in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Ausstellungen in Japan, Norwegen und Frankreich.

James Blunt oder Kelly Familiy?
Eindeutig Blunty! Ich habe ihn schon ein paar mal getroffen, und er ist eine sehr nette Person. Ich muss aber dazu sagen, dass ich die Kelly Familiy noch nie persönlich kennengelernt habe.
(Hintergrund: Sowohl James Blunt als auch die Kelly Family treten 2018 ebenfalls auf dem Coburger Schlossplatz auf - auf derselben Bühne wie nur wenige Tage später a-ha.

Die Band a-ha wurde 1982 gegründet und schaffte 1985 mit "Take On Me" den Durchbruch. Die Gruppe hat bis heute zehn Studioalben veröffentlicht und mehr als 80 Millionen Tonträger verkauft. 2010 trennte sich das Trio, doch 2015 folgte das umjubelte Comeback. Dazwischen - 2012 - erhielt a-ha den Sankt-Olav-Orden in der Stufe "Ritter, 1. Klasse" für ihren Beitrag zur norwegischen Musik.

Das Konzert Am Mittwoch, 22. August, spielt a-ha auf dem Coburger Schlossplatz. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tageblatt-Geschäftsstelle, Hindenburgstraße 3a. Tageblatt-Abonnenten erhalten zehn Pozent Rabatt.

Der Sommer Beim HUK-Coburg-Open-Air-Sommer gibt es in diesem Jahr insgesamt fünf Konzerte auf dem Schlossplatz. statt: Am Freitag, 17. August, kommt die Kelly Family. Es folgen James Blunt am Samstag, 18. August, Revolverheld am Sonntag, 19. August, und Santiano am Dienstag, 21. August. Bis auf die Kelly Family, die bereits ausverkauft ist, gibt es Karten für alle Konzerte ebenfalls in der Tageblatt-Geschäftsstelle.