Das Coburger Land - mit Ausnahme der drei Windräder auf den Langen Bergen ein "weißer Fleck" auf der bayerischen Landkarte der Windenergie - bekommt schon bald einen neuen Windpark. Im Sonnefelder Gemeindegebiet haben bereits im März unweit von Zedersdorf die Vorbereitungen für den Bau von fünf Anlagen begonnen. Wie es dort im Detail weitergeht, können die Bürger aus dem östlichen Landkreis am kommenden Donnerstag bei einem Informationsabend in der Domänenhalle (Martin-Luther-Straße 6) erfahren. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr.

Bauherr der Anlage ist die im Jahr 1998 in Düsseldorf gegründete "Naturstrom"-Aktiengesellschaft, die unter anderem in Forchheim ein Büro beisitzt. "Während der Planung und Realisierung des Windparks legen wir größten Wert darauf, so verträglich und transparent wie möglich zu arbeiten", versichert Projektleiterin Karin Ebert. Deshalb gibt es nun den zweiten Info-Abend - ein erster fand bereits 2014 in Gestungshausen statt.

Einer, der damals schon dabei war, ist der Sonnefelder Bürgermeister, Michael Keilich (CSU). Zwar ist die Gemeinde nicht direkt für die Genehmigung einer solchen Anlage zuständig, dennoch beschäftigt der Windpark das Rathaus. Wie Keilich berichtet, nutzt die "Naturstrom"-AG zahlreiche Flur- und Feldwege als Baustraßen. Deshalb werde die Gemeinde ein Auge darauf habe, dass diese nach dem Bau in einem mindestens genau so guten Zustand wie vor dem Bau sind. "Es gab bereits eine Begehung, zudem haben wir ein Ingenieurbüro eingeschaltet", berichtet der Bürgermeister.


Was ist mit 10-H?

Obwohl es in den umliegenden Ortschaften keine großen Proteste gegen den Windpark gab, läuft immer noch eine Klage: Eine Frau aus Sonnefeld scheiterte damit zwar in erster Instanz vor dem Bayreuther Verwaltungsgericht, sie hat aber Antrag auf Zulassung eines Berufungsverfahrens beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München gestellt. Weil bei der Klage auch die 10-H-Regelung eine Rolle spielt, wird der Verwaltungsgerichtshof erst in der zweiten Mai-Woche über die Zulassung einer Berufung entscheiden. Dann nämlich soll auch feststehen, ob die 10-H-Regelung gültig bleiben wird.

Keine Rolle bei der Zulassung eines Berufungsverfahrens wird hingegen das Argument der Klägerin spielen, dass im Bereich des geplanten Windparks Rotmilane ihren Lebensraum haben. Aspekte des Naturschutzes, das entschied bereits das Bayreuther Verwaltungsgericht, können von privaten Personen nicht zur Begründung einer Klage ins Feld geführt werden.

Dass die "Naturstrom"-AG dennoch bereits mit den Vorbereitungen für den Windpark beginnen konnte, hat das Landratsamt ermöglicht - indem es der "sofortigen Vollziehung" des im Januar 2ß15 genehmigten Bauantrages zustimmte.


Im Herbst ans Netz

Sollte alles nach Plan verlaufen, will "Naturstrom" Anfang August mit der Errichtung der Stahltürme für die fünf Anlagen beginnen. Wie groß diese werden, erklärt Lisa Badum, die bei "Naturstrom" mit für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist: "Die Windkraftanlagen haben insgesamt eine Gesamthöhe von 199 Metern bei einer Nabenhöhe von 139 Metern." Ans Netz gehen sollen die fünf Windräder laut Plan Ende September.