Zwischen 30 und 60 Kilometer legen sie täglich zurück. "Die Botenläufer früher, zu Luthers Zeiten, sind um die 70 Kilometer gerannt. Das haben die Pferde nicht geschafft", erzählt Rudi Kaufhold im Kostüm Lucas Cranach des Älteren. Also überbrachten Menschen die Nachrichten. Um die 30 Botenläufer aus Wittenberg - Männer und Frauen, dazu sechs Kinder - machten gestern auf ihrer Tour "Wege zu Cranach" im Lutherjahr Station in Coburg. Sie kamen aus Nürnberg und aus Kronach. Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) und Michael Amthor, Leiter des Tourismusbetriebs Coburg, empfingen sie auf der Veste.

Dass die Botenläufer sich dieses Ziel ausgesucht haben, ist leicht zu erklären. Auf der Veste weilten Lucas Cranach der Ältere und Martin Luther. Die Kunstsammlungen der Veste können immerhin auf 38 Werke von Lucas Cranach, sowohl vom Vater als auch vom Sohn, verweisen.

Für die Stadt Coburg hatten die Bodenläufer Geschenke mitgebracht - zum Beispiel den Teil eines Fensterkreuzes aus der Kirche St. Marien in Wittenberg, an die Martin Luther einst seine 95 Thesen geschlagen hatte. "Die Kirche muss saniert werden. Und jetzt verschenken wir Teile, die nicht mehr benötigt werden, an die Städte, in die wir laufen", erzählt Rudi Kaufhold. Wobei das Laufen nicht so streng genommen wird. "Wir haben einen Bus dabei, wer nicht mehr kann, setzt dort rein." Doch es gibt auch sehr sportliche Teilnehmer an der Tour. Vier kamen gestern von Bad Staffelstein nach Coburg gerannt. Nach einer Nacht in Lautertal geht es für die Botenläufer Wittenberg heute weiter zur nächsten Station nach Eisenach.