Drei mutmaßliche NS-Verbrecher, die als SS-Wachmänner in Auschwitz tätig gewesen sein sollen, gerieten ins Visier der Ermittler. Medienberichten zufolge haben wurden Wohnungen im Raum Coburg, Aschaffenburg und im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim durchsucht. Zu Verhaftungen sei es nicht gekommen, so die Staatsanwaltschaft in Würzburg.

Bundesweit gab es drei Verhaftungen: Die Männer im Alter von 88 bis 94 Jahren sitzen in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt am Donnerstag mitteilten.Sie sollen als SS-Wachmänner in Auschwitz tätig gewesen sein.

Die Ermittlungen gehen auf die Recherchen der Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg zurück, erklärte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Die Zentralstelle hatte im November entsprechende Fälle an Anklagebehörden in mehreren Bundesländer abgegeben.

In Auschwitz, dem größten der nationalsozialistischen Todeslager, wurden mindestens 1,1 Millionen meist jüdische Häftlinge ermordet. Der Leiter des Wiesenthal-Zentrums, Efraim Zuroff, sagte in Jerusalem: "Das hohe Alter der Verbrecher darf eine strafrechtliche Verfolgung nicht verhindern." Sie hätten kein Mitleid verdient.

In Vorermittlungen für den Prozess gegen den Aufseher im Vernichtungslager Sobibor, John Demjanjuk, definierte aber die NS-Fahndungsstelle die Beihilfe zum Mord im KZ neu. Dem widersprach das zuständige Landgericht München nicht. Nach Auffassung der Zentralstelle ist somit jeder belangbar, der in einem KZ dazu beigetragen hat, dass die Tötungsmaschinerie funktionierte - egal ob direkt als Aufseher bei den Gaskammern oder indirekt etwa als Koch. 2011 hatte das Landgericht München Demjanjuk wegen Beihilfe zum Mord an mehr als 28 000 Menschen schuldig gesprochen. dpa