Geliebt sind Windkraftanlagen wohl an keinem Standort von allen Bürgern der Umgebung. Der Widerstand gegen das Vorhaben nahe Sonnefeld hielt sich in Grenzen. Jetzt wurde der Windpark vom Landratsamt genehmigt.
Am 13. Januar 2014 hatte die Wind Strom Sonnefeld GmbH & Co. KG, Forchheim, beim Landratsamt Coburg die immissionsschutzrechtliche Genehmigung von fünf Windenergieanlagen auf den Gemarkungen Mittelwasungen und Plesten der Stadt Neustadt, sowie der Gemarkung Zedersdorf der Gemeinde Sonnefeld, beantragt.


Das Datum des eingereichten vollständigen Antrags vor dem 4. Februar 2014, war deshalb wichtig, weil alle Anträge nach bis dahin gültigen Recht zu beurteilen waren, was die Abstandsflächen zur Wohnbebauung betrifft. Später eingehende Anträge waren bereits unter dem Gesichtspunkt der sogenannten 10-h-Reglung zu betrachten, die am 21. November 2014 in Kraft getreten ist. Demnach muss der Abstand einer Windkraftanlage in Bayern zehnmal so groß sein, wie die Höhe der Anlage. Das schränkt die Zahl der möglichen Standorte für solche Anlagen erheblich ein.


Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) wurden die verschiedenen Träger öffentlicher Belange um Stellungnahme zu dem Vorhaben gebeten. Hier gab es Zustimmung. Einige Auflagen im Genehmigungsbescheid waren allerdings erforderlich. Zugestimmt haben ebenfalls die Nachbarkommunen Neustadt und Sonnefeld.


"Das Vorhaben ist genehmigungsfähig", stellte das Landratsamt in seinem Bescheid fest. Die Öffentlichkeit war über die beteiligten Kommunen mit einbezogen. Am 30. September 2014 wurde im Rahmen einer Bürgerversammlung in Mittelwasungen durch das Landratsamt Coburg informiert. Ebenso war das Landratsamt bei einer Veranstaltung des Antragstellers am 10. Oktober in Gestungshausen beteiligt.


Die Genehmigung wurde laut Landratsamt dem Antragsteller gestern übergeben. Es besteht Baurecht, von dem die Wind Strom Sonnefeld allerdings nach eigenen Angaben erst im Jahr 2016 Gebrauch machen möchte.
Die geplanten fünf Windenergieanlagen haben jeweils eine Nabenhöhe von 139m und einen Rotordurchmesser von 120m, also eine Gesamthöhe von 199m. Die Nennleistung beträgt 2530 kW pro Anlage, somit insgesamt 12,5 MW. Sie werden in einem im Regionalplan Oberfranken-West ausgewiesenen Vorranggebiet für Windenergie errichtet.


Der Ausbau erneuerbarer Energien ist politische Zielvorgabe in der Bundesrepublik Deutschland. "Dadurch möglicherweise entstehenden Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und der Avifauna werden durch die positiven Effekte bei der Vermeidung von Treibhausgasen, die Erzeugung umweltfreundlicher Elektroenergie und durch die gutachtlich ermittelten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen egalisiert", heißt es in dem Genehmigungsbeschied des Landratsamtes.