Die Straße Am Achatfelsen ist seit heute wieder frei befahrbar. Nach 15 Monaten hat die Stadt die schweren Betonhindernisse und Absperrungen abtransportiert. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 50 Stundenkilometer begrenzt und das schmale, löcherige und mehr schlecht als recht ausgebesserte Asphaltband soll nur Anliegern vorbehalten sein. Die fünf Anwohnerfamilien an dem als Flurweg eingestuften Sträßchen - darunter Grünen-Stadtrat Wolfgang Weiß - können die Argumente der Stadtverwaltung nicht nachvollziehen. Sie fordern weitere Verkehrszählungen, maximal 30 Stundenkilometer und Straßenschwellen und einen Gehweg. Bislang laufen Fußgänger auf der Straße.
Kai Holland, Leiter des Coburger Ordnungsamtes, erinnerte am Montagmittag an der Einmündung der Straße Am Achatfelsen in die Oberfüllbacher Straße oberhalb des Stadtteiles Lützelbuch an die Gründe, die im Februar 2015 zur probeweisen Sperrung führten. Einerseits sollte der Berufsverkehr früh und abends aus Lützelbuch gedrängt werden, andererseits erfordert die Straße Am Achatfelsen einen jährlichen Unterhaltsaufwand von rund 17 000 Euro.
Aber das erhoffte Ergebnis stellte sich nicht ein. Anstatt auf Autobahn und B 4 auszuweichen, nutzen ortskundige Autofahrer nach wie vor die Verbindung durch die Stadtteile des Coburger Ostens, um nach Neustadt und Sonnefeld zu fahren. Wer sich mit dem Auto durch die 950 Meter lange Straße Am Achatfelsen zwängt , spart rund 400 Meter gegenüber der Fahrt durch die Oberfüllbacher Straße, den Haaresgrund und das Motschental.
"Die Oberfüllbacher Straße ist nicht geeignet, bis zu 350 Autos in der Spitze aufzunehmen", sagte Kai Holland am Montag. Für den Begegnungsverkehr von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Lkw sei die Oberfüllbacher Straße viel zu schmal. Im April diskutierten Ordnungsamt und Bürgervereine aus Lützelbuch und Rögen verschiedene Alternativen: Einbahnregelung, Sperrung für Lkw. Jetzt kehrt man wieder zum vorherigen Zustand zurück. Allerdings soll in den nächsten ein bis zwei Jahren der Ausbau der Straße Am Achatfelsen "Ressourcen schonend"geplant werden. "Dabei geht es nicht darum, mehr Verkehr in die Straße zu ziehen, sondern mit Ausweichstellen die Sicherheit zu erhöhen", so der Ordnungsamtsleiter.
Die Anwohner der Oberfüllbacher Straße sind mit der neuen Regelung zufrieden, erklärte der Vorsitzende des Bürgervereins Lützelbuch, Dietmar Wächter. Dagegen meinte Wolfgang Weiß für die Hausbesitzer am Achatfelsen, "wir sind Täter und Opfer des Straßenverkehrs zugleich".
Weiß hatte eine Stellungnahme der Anwohner zur Wiederfreigabe der Straße Am Achatfelsen verbreitet.


Hohes Verkehrsaufkommen

"Wir teilen nicht die Auffassung, dass die Sperrung der Straße Am Achatfelsen für den Durchgangsverkehr zu einer nicht tragbaren Verkehrssituation in Lützelbuch geführt hat: Laut den Protokollen zu den Verkehrsbeobachtungen am 2. und 17. Februar trat zu den Stoßzeiten zwar ein hohes Verkehrsaufkommen auf, was aber zu keiner gefährlichen Situation führte", heißt es da. Von einer "dauerhaften Mehr- und Überbelastung" könne daher keine Rede sein.
In den nächsten Wochen und Monaten will das Ordnungsamt die Wagen in Lützelbuch und der Straße Am Achatfelsen zählen. Dann, so hoffen die Anwohner, würde auch die dauernde Verkehrsbelastung der fünf Anwohnerfamilien dort offenbar.