Das Kongresshaus Rosengarten verwandelte sich am Wochenende zum 36. Mal in eine regelrechte Schatzkammer: glitzernde Edelsteine, Schmuck und wahre Schätze erinnerten an Filme wie "Alibaba und die 40 Räuber". Wolfgang Breitenborn, Veranstalter der Coburger Mineralienbörse, hatte zahlreiche Aussteller aus dem gesamten Bundesgebiet für die älteste oberfränkische Börse gewinnen können. Breitenborn selbst hatte auch seine eigene Sammlung von Mineralien mitgebracht, die aus den Anfängen seiner Sammelleidenschaft stammen.
Der ehemalige Coburger Breitenborn ist hier zur Schule gegangen und hat zwei Lehren absolviert. Der Beruf des Dekorateurs hatte ihn in die Ferne gezogen und Neustadt an der Weinstraße wurde seine neue Heimat. Dort war er 17 Jahre lang Chefdekorateur und im Einzelhandelsverband Redakteur und Ausbilder. "Seiner" Mineralienbörse will er aber unbedingt treu bleiben: "So lange es mir noch Spaß macht, werde ich in der Vestestadt immer im April diese Börse veranstalten", versprach er.
Einer von Breitenborns Schätzen ist gute 15 Kilogramm schwer und kostet 600 Euro: ein Malachit aus Zaire. Der Name Malachit rühre von dem griechischen Wort "malache" her, weil die Farbe des Steins dem Laub der Malve ähnlich sehe. In alten Überlieferungen werde er auch als "Hebammenstein" bezeichnet, weil er in der Lage sein soll, Wehen zu lindern. Überhaupt gehöre der Malachit zu den wichtigsten Heilsteinen.
Bei der Coburger Mineralienbörse, so erklärte Breitenborn, sei in den Preisklassen von 50 Cent bis nach oben unbegrenzt alles zu bekommen, was das Sammlerherz begehre. Schon für einen Euro gab es etwa eine Hand voll Edelsteinen: Der kleine Till zum Beispiel langte bei diesem taschengeldfreundlichen Preis kräftig zu und freute sich über die vielen bunten Steine in seinen Händen.
Christiane Zinoni-Peschel gönnte sich einen Chrysokoll. Dieser ist auch als Kieselkupfer, Kupferkiesel oder Kupfergrün bekannt und gehört zur Mineralklasse der "Silicate und Germanate". Wenn die Sonne darauf scheine und seine Farben zum Leuchten bringe, das finde sie besonders schön, schwärmte die Besucherin.
Willi Zenzinger, alteingesessener Coburger Mineralienhändler, präsentierte eine bunte Mischung von Stücken aus aller Welt. Orthoceras etwa ist eine Gattung ausgestorbener Nautiloiden Kopffüßer. Diese Fossilien seien weit verbreitet. Unter Zenzingers Schätzen befinden sich auch Fossilien aus Marokko und aus der Gegend rund um den Staffelberg. Da in der Region einst der Wasserspiegel mehr als 400 Meter über dem heutigen Landschaftsniveau gelegen war, finde man hier keine Mineralien, sondern nur Fossilien, erläuterte Zenzinger; beispielsweise den Zahn eines Babymammuts - zwei Millionen Jahre alt und etwa faustgroß.
Seit mehr als 20 Jahren betreibt Zenzinger seinen Laden in der Vestestadt. Ein Großteil des Verkaufs werde heute aber über das Internet abgewickelt. Wenn Zenzinger selbst eine Mineralie kaufe, möchte er diese aber erst einmal anfassen, rundherum anschauen und bewundern.
Sein "Zugpferd" sei im übrigen Gold und ein Großteil seiner Kunden seien Kinder. Mit der "Zauberwelt Gold & Mineralien" in Scheibe-Alsbach (Thüringen) habe er sich einen Traum erfüllt, erzählte der Coburger. Eingerichtet ist die "Zauberwelt" in einem ehemaligen Schullandheim, wo den Gästen die Natur und vor allem die Welt der Mineralien, Fossilien und Glitzersteine auf spielerische Art und Weise nähergebracht werden solle, so Zenzinger.