Singen macht Freude. Das ist die Botschaft, die das junge Würzburger Vokalensemble "Room4Rent" bei seinem Gastspiel in Coburg höchst lebendig in Klang verwandelt. Eine Reise kreuz und quer durch die Geschichte der Rock- und Pop-Musik bietet das Ensemble mit seiner Leiterin Tatjana Friedrich beim Gastspiel in der Reihe "MusicVision", die der Coburger "Verein" bei "Leise am Markt" präsentiert.

Anspruchsvolle Arrangements

Die Reihe "MusicVision" - dieser Abend beweist es - ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Institution Schule aus dem Elfenbeinturm bloßer Theorie-Vermittlung ausbrechen kann. Denn organisiert und konzipiert wird die neue Veranstaltungsreihe des "Verein" vom P-Seminar des Gymnasiums Albertinum - von der organisatorischen Arbeit im Hintergrund bis zur Begrüßung und Bewirtung am Abend.


Wer sich die Altersstruktur mancher traditionsreiche Chöre und Gesangsvereine betrachtet, könnte sich tatsächlich zur Ansicht verleiten lassen, junge Menschen hätten kein Interesse mehr am Gesang. Weit gefehlt, wie dieses Gastspiel beweist. Nur das Repertoire und die Art der Darbietung haben sich doch ein wenig verwandelt. Statt Silcher und Co. stehen bei "Room4Rent" Coldplay und Blumentopf, die Ärzte und die Wise Guys hoch im Kurs.


Anspruchsvolle Arrangements sind das Markenzeichen von "Room4Rent". Dabei besteht dieses studentische Ensemble gar nicht überwiegend aus Musikstudenten. Nur die Leiterin Tatjana Friedrich hat sich dem Studium der Schulmusik verschrieben. Umso erstaunlicher das hohe Niveau von "Room4Rent". Textverständlichkeit, sichere Intonation und gut ausgewogener Gesamtklang ergänzen sich scheinbar ganz selbstverständlich.



Hinzu kommt noch die mit Spielszenen und effektvollen choreografischen Elementen angereicherte Präsentation, bei der abwechselnd gleich mehrere Mitgliedes des Ensembles Moderations-Talent beweisen. So wird aus diesem Auftritt eine regelrechte A-cappella-Performance. Kein Wunder, dass "Room4Rent" vom begeisterten Publikum verdientermaßen reichlich Applaus erntet. Klar, dass das Ensemble erst nach einer Zugabe endgültig vom Podium gelassen wird.