Alles hat mit einer scheinbar harmlosen Seminararbeit begonnen. In der zehnten Klasse entschied sich Kathrin Leicht, Chemie als Fach für ihre Seminararbeit zu wählen. Genauer gesagt, Komplexchemie. Nachdem in der 11. Klasse allgemeiner Unterricht zur Komplexchemie stattfand, musste Kathrin Leicht im April 2013 mit ihrer Forschung beginnen. Sie widmete jede Freistunde und einen Großteil ihrer Freizeit dem Thema "Entgiftung der Umwelt von Schwermetallen mit Pflanzen." Kathrin Leicht erforscht, ob spezielle Pflanzen verseuchten Boden "reanimieren" können.
Ihr Thema findet Kathrin Leicht echt gut, weil es von großem Nutzen ist. Durch die Pflanzen kann der Boden sich auf natürliche Weise erholen. "Am Anfang dachte ich, oh verdammt, wie soll ich das hinkriegen?, aber wenn man sich einliest, ist alles nicht so schwer und macht echt Spaß."
Dazu begann sie zunächst, jeweils zwölf Mal braunen Senf und Sudangras im Gewächshaus der Schule zu pflanzen. Einen Monat später behandelte sie die Erde in der die Pflanzen wuchsen mit einer konzentrierten Bleilösung. Vier Wochen lang nahm Kathrin Leicht wöchentlich Proben von den Blättern und Wurzeln der Pflanzen. Diese Proben wurden getrocknet und an der Universität Bayreuth untersucht. Sie fand heraus, dass die Blätter des braunen Senfs mehr Blei enthielten als die Blätter des Sudangrases. Andersherum war der Bleigehalt in den Wurzeln des Sudangrases höher als in den Wurzeln des braunen Senfs. Zum Vergleich pflanzte Kathrin Leicht jeweils drei Testpflanzen, die nicht mit Blei behandelt wurden.
Als alles untersucht war, informierte sich Kathrin was genau in den Pflanzen abläuft. Wie sie Schwermetalle aufnehmen und wohin die Schwermetalle in der Pflanze geraten. Es gibt eine Auflistung von Pflanzen, die Schwermetalle aus dem Boden ziehen können.
Während des Experiments starben auch Pflanzen, aber die meisten überlebten und es machte ihnen nichts aus, dass sie in einer durch Schwermetalle belastete Erde wuchsen.
Kathrins Thema gehört zu dem großen Thema der Phytoremediation, also der Wiederherstellung und Sanierung von verunreinigten Böden und Gewässern. Passend dazu, sieht sie ihre berufliche Zukunft im Umweltschutz und würde am liebsten an der technischen Universität Berlin technischen Umweltschutz studieren. Als Alternative bietet die technische Universität München den Studiengang Umweltingenieurswesen an, den Kathrin Leicht ebenfalls sehr interessant findet.
Kathrin Leichts Betreuungslehrer, Andreas Reuther, meldete die Abiturientin zum Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" für die Kategorie Chemie an. "Ich hätte nie gedacht, dass ich gewinne", sagt sie. Als Preis gab es 75 Euro für die Schülerin und die Zulassung zum Landeswettbewerb in München. Der Wettbewerb findet im April statt und überschneidet sich leider teilweise mit Kathrins mündlicher Französischabiturprüfung. Doch die Schule komme ihr da sicher entgegen, sodass sie noch pünktlich nach München kommt, sagt sie.
Außer den Sieg von Kathrin Leicht konnte das Alexandrinum noch einen dritten Platz von David Schiemann und einen Sonderpreis verzeichnen. Die Schule wurde als besonders erfolgreiche Schule geehrt und konnte den Sonderpreis, gestiftet von der Firma Rehau, entgegen nehmen. Alexa Brosius