Bislang gibt es Werbung nur auf einigen Fahrzeugen des Coburger Entsorgungs- und Baubetriebs.

Den entsprechenden Grundsatzbeschluss, dass auch Stadt-Autos als Werbeträger herumfahren dürfen, fasste am Montag der Verwaltungssenat. Denn aktuell müssen zwei Autos ersetzt werden - ein VW Caddy in der Botenmeisterei und ein VW Golf, der auch für längere Fahrten von Mitarbeitern der Stadtverwaltung zur Verfügung steht. Zumindest beim Caddy biete sich an, einen weiteren Grundsatzbeschluss umzusetzen, sagte Norbert Anders vom Personal- und Organisationsamt: Der Caddy soll durch ein Elektrofahrzeug ersetzt werden.

Wenn so ein Auto mit Werbeaufschriften versehen wird, kann sich die Stadt zumindest einen Teil der Leasing- oder Beschaffungskosten sparen, sagte Anders. Das habe ein erstes Angebot gezeigt. Auch habe die Stadt ein Mitspracherecht, wer auf dem Auto Reklame machen darf: Jugend- oder gesundheitsgefährende sowie sexistische Werbung scheiden aus, ebenso wie Hinweise auf Nikotin oder Alkohol.

Hans Weberpals (CSB) würde es lieber sehen, wenn die städtischen Fahrzeuge für die Kommune selbst werben würden. "Wir müssen uns selbst vermarkten", auch und gerade dann, wenn Coburg bei der Elektromobilität eine Vorreiterrolle einnehme. "Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen", stoppte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) die aufkommende Debatte über Werbung an und für sich.


Beschränkter Radius

Vorerst ist nur an ein Elektroauto gedacht, dass sich meist innerhalb des Stadtgebiets bewegt. Das zweite Fahrzeug, das ersetzt werden muss, dient auch für längere Fahrten - und dafür reicht die Ladung der Akkus meist nicht aus, erläuterte Anders am Rande der Sitzung.

Derzeit sind insgesamt 57 Elektrofahrzeuge in Stadt und Landkreis zugelassen. Eine Lademöglichkeit besteht an einer Tankstelle in der Raststraße, allerdings nur mit normalen Haushaltsanschlüssen und damit langen Ladezeiten, sagt Gerold Schnabl von der Stabsstelle Umwelt in der Stadtverwaltung. Noch in diesem Jahr will die Stadt vier Elektro-Tankplätze auf der Bertelsdorfer Höhe schaffen. Die Ladesäulen liefern jede mindestens elf Kilowatt, so dass ein Auto innerhalb einer Stunde laden könne. Nahe der Autobahn sei das auch ein Angebot für Reisende, sagt Schnabl. Die Einheimischen laden ihre Autos meist über Nacht und zu Hause wieder auf.