Starker Tobak im Weitramsdorfer Wahlkampf: In einem von Bürgermeister Christian Gunsenheimer (Freie Wähler) im Namen der CSU, Dorfgemeinschaft Neundorf, der SPD und der ÜPWG verschickten Brief wird "Bürger für Bürger" und dessen Bürgermeisterkandidat Wolfgang Bauersachs vorgeworfen, im Wahlkampf gezielt mit "überhandnehmenden Falschdarstellungen" zu arbeiten.

In erster Linie geht es dabei um den Neubau des Weitramsdorfer Kindergartens. Hier werfen der Bürgermeister und der Gemeinderat der Gruppe "Bürger für Bürger" vor, mit falschen Zahlen zu hantieren. Der Neubau schlägt nach Angaben der Gemeinde mit 2,5 Millionen und die vorübergehende Unterbringung der Kindergarten-Kinder in einem Containerdorf mit 310.000 Euro zu Buche. Die "BfB" sollen dagegen von 3,5 Millionen Euro sprechen - eine Summe, die - so schreibt Gunsenheimer - "beliebig hinkonstruiert" sei und jeglicher Grundlage entbehre.

Christian Gunsenheimer betont deshalb ausdrücklich, dass der Neubau eines Kindergartens aus Sicht des Gemeinderates alternativlos ist: "Alle Alternativen, die heute ins Feld geführt werden, wurden damals diskutiert und wurden entweder wegen zu hoher Kosten oder Nichtdurchführbarkeit ausgeschlossen."

Ein Haus und seine Kosten

Auch zum Umbau des Wohn- und Praxishauses in der Coburger Straße 26 sieht sich der Gemeinderat gezwungen, öffentlich die Fakten richtig zu stellen. Hier wirft Gunsenheimer den "BfB" vor, bei der Modernisierung des Gebäudes - in dem sich zwei Wohnungen und eine Zahnarztpraxis befinden - mit falschen Kostenangaben in Höhe von 700.000 Euro im Wahlkampf aktiv zu sein. Christian Gunsenheimer spricht dagegen von 471.000 Euro, wobei die Gemeinde derzeit noch einen fünfstelligen Zuschuss aus Mitteln der Städtebauförderung erwarte. Zudem sei das Gebäude - im Gegensatz zu Angaben von "Bürger für Bürger" - derzeit voll vermietet.

Das Schreiben Gunsenheimers schließt mit einem Aufruf an die Verantwortlichen für "Bürger für Bürger": "Im Sinne eines themen- und sachbezogenen Wahlkampfs, nach dem man im künftigen Gemeinderat auch konstruktiv zum Wohle unserer Gemeinde Weitramsdorf gemeinsam weiterarbeiten kann, fordern wir den Bürgermeisterkandidaten, die Gemeinderatskandidaten und ihren Sprecher auf, sich künftig von Falschmeldungen und Unwahrheiten zu distanzieren."

Hier der Original-Wortlaut der Pressemitteilung von Bürgermeister Christian Gunsenheimer:

Die Gemeinde Weitramsdorf mit dem 1.Bürgermeister und den Fraktionen des Gemeinderates stellen Falschdarstellungen der Gruppe "Bürger für Bürger" richtig.

Die beiden Gemeindeorgane der Gemeinde Weitramsdorf, der Gemeinderat mit seinen Fraktionen (CSU, DGN, FW,SPD und ÜPWG) und der 1. Bürgermeister Christian Gunsenheimer, sehen sich aufgrund der überhandnehmenden Falschdarstellungen im Wahlkampf der Gruppe "Bürger für Bürger" mit ihrem Kandidaten Bauersachs dazu gezwungen, Fakten richtigzustellen. Wir bedauern zutiefst, dass diese bereits in der Öffentlichkeit bekannt gemachten Fakten zu Wahlkampfzwecken verfälscht wurden, was dem Ansehen der Gemeinde Weitramsdorf schwer geschadet hat.

1. Kindergarten Weitramsdorf

Für den Kindergarten in Weitramsdorf erwarten wir Baukosten von insgesamt 2,5 Millionen Euro. Dazu kommt die vorübergehende Unterbringung in einem Containerdorf für ca. 310.000 €. Die von "Bürger für Bürger" genannten 3,5 Millionen Euro sind beliebig hinkonstruiert und entbehren jeglicher Grundlage. Das gesamte Verfahren lief im vergangenen Sommer in (durchaus kontroversen) öffentlichen Gemeinderatssitzungen ab. Ebenso wurde das Thema in allen Bürgerversammlungen diskutiert. Es wurde durch Fachleute festgestellt, dass eine Sanierung auf jeden Fall unwirtschaftlicher ist und den heutigen Ansprüchen an einen Kindergarten nicht gerecht werden kann.

Alle Alternativen, die heute ins Feld geführt werden, wurden damals diskutiert und wurden entweder wegen zu hoher Kosten oder Nichtdurchführbarkeit ausgeschlossen.

2. Wohn- und Praxishaus Coburger Straße 26

Die Modernisierung des Gebäudes, in dem sich zwei Wohnungen und eine Zahnarztpraxis befinden, hat 471.000 € und nicht wie behauptet 700.000 € gekostet. Zu der Investitionssumme erwartet die Gemeinde noch einen höheren fünfstelligen Zuschuss aus Städtebaufördermitteln. Zudem konnte ein zinsgünstiges KfW-Darlehen mit Tilgungszuschuss abgeschlossen werden.

Das Objekt ist voll vermietet, auch das wurde von "Bürgern für Bürger" falsch gemeldet.
Die Maßnahme selbst wurde als "gläserne Baustelle" konzipiert. In insgesamt vier Veranstaltungen sowohl auf der Baustelle, als auch bei Vorträgen im Rathaus wurden die Arbeiten und Investitionen ausführlich erläutert. Bürger konnten Fragen stellen und die Tageszeitungen berichteten darüber. Inwieweit dieses Verfahren intransparent war, erschließt sich uns nicht!

3. Gemeindebücherei

Die Gemeindebücherei ist derzeit weder behindertengerecht noch auch nur annähernd auf der pädagogischen Höhe unserer Zeit. Deswegen wurde die Verwaltung beauftragt, ein entsprechendes Konzept, inklusive vorbereiteten Kaufverträgen vorzulegen. Das Objekt in der Schlettacher Straße wurde noch nicht gekauft, wie falsch verbreitet wurde. Ebenso ist der angegebene Kaufpreis von 250.000 € frei erfunden.

4. Hauptschule

Die Hauptschule wurde durch die Regierung von Oberfranken mit Seßlach und Itzgrund zusammengelegt. Definitiv ausgeschlossen ist, dass sich die Gemeinde Weitramsdorf freiwillig für Seßlach entschieden hat. Vielmehr wurde nach der Ankündigung der Regierung, dass so verfahren werden soll, eine sinnvolle Lösung mit den anderen Kommunen gesucht!


All diese Fakten wurden in öffentlichen Gemeinderatssitzungen, Bürgerversammlungen und den örtlichen Tageszeitungen genannt und veröffentlicht. Die Fakten jetzt zu verfälschen, um die Themen zu emotionalisieren, wird aufs Schärfste missbilligt.

Im Sinne eines themen- und sachbezogenen Wahlkampfs, nach dem man im künftigen Gemeinderat auch konstruktiv zum Wohle unserer Gemeinde Weitramsdorf gemeinsam weiterarbeiten kann, fordern wir den Bürgermeisterkandidaten, die Gemeinderatskandidaten und ihren Sprecher auf, sich künftig von Falschmeldungen und Unwahrheiten zu distanzieren.

Christian Gunsenheimer
1. Bürgermeister