Der Förderantrag für die Sanierung des Rathauses kann bei der Regierung von Oberfranken gestellt werden. Immerhin soll die Förderung 90 Prozent der förderfähigen Kosten betragen. Der Gemeinderat gab grünes Licht bei seiner letzten Sitzung.
Der Bayerische Ministerrat hat beschlossen, die gesamten auf Bayern entfallenden Mittel in Höhe von 289 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsprogramm für die Sanierung, insbesondere den energetischen Bereich kommunaler Gebäude und Einrichtungen, aber auch für Maßnahmen des Barriereabbaues, zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde Weitramsdorf möchte davon partizipieren, denn immerhin fließen 7,1 Millionen Euro in den Raum Coburg. Auch Neustadt, Seßlach, Itzgrund, Großheirath, Rödental, Grub am Forst, Meeder und Ahorn greifen in den Fördertopf.


Planungen vorgestellt

Die beiden Ingenieure Oliver Knopp (Architekturbüro Eichhorn) und Christian Hölzlein (technische Gebäudeausstattung) stellten die Planung vor. Es ging in Richtung Wärmeschutz. So sollen Fenster ausgetauscht werden, die Keller- und Geschossdecke isoliert sowie die Heizkörpernischen. Die Heizenergie soll künftig über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde im Bereich des Parkplatzes erzeugt werden. Ebenso ist der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung angedacht. Letztendlich wird mit einer Einsparung an Nutzungsenergie von 30 Prozent gerechnet, wobei allerdings Gemeinderätin Anke Schäfer (ÜPWG) darauf verwies, dass die neuen technischen Einrichtungen einen erhöhten Stromverbrauch nach sich ziehen. Der Kohlendioxidausstoß könnte um 62 Prozent reduziert werden. Über dieses Maßnahmenpaket mit einem Volumen von 610 000 Euro war der Gemeinderat sich schnell einig, gibt es doch die 90-prozentige Förderung. Bis 2019 muss die energetische Sanierung abgeschlossen sein, so Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB).
Auch bei dem zusätzlichen Maßnahmenpaket, das der Planer für erforderlich hielt und als technisch notwendige Maßnahme bezeichnete, das ein Volumen von 138 000 Euro umfasst, gab es keine große Widerrede, da es möglichweise einer Nachförderung unterliegt.
Die Geister schieden sich allerdings am Vorschlag der Planer, neben dem energetischen Ausbau noch weitere Investitionen außerhalb der Förderung vorzunehmen. Genannt wurde zunächst eine Summe von 245 000 Euro. Nach rund eineinhalbstündiger Diskussion des Für und Widers der einzelnen baulichen Maßnahmen und nach Vorschlag des Gemeinderates Marco Anderlik (CSU), der "die Kuh endlich vom Eis brachte", auf den Rauhputz mit 30 000 Euro zu verzichten, soll auch dieses Vorhaben, das der Generalsanierung dient, mit einem Volumen von 215 000 der Regierung mit vorgelegt werden.
Ursprünglich dachte der Bürgermeister sogar an Einsparmöglichkeiten in drei Positionen von insgesamt 75 000 Euro. Schließlich wurde mit einer Gegenstimme von Gemeinderat Ulrich Kräußlich (FW) beschlossen, dem Paket von 215 000 Euro, das aus Eigenmitteln der Gemeinde zu finanzieren ist, zuzustimmen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,063 Millionen Euro. Diskutiert wurde ebenfalls ein Anbau von Verwaltungsräumen ans Rathaus, über den allerdings noch keine Entscheidung getroffen wurde.
Das 1901 erbaute Gebäude aus Ziegelmauerwerk und Sandstein diente ursprünglich als Schule und wurde in den Jahren 1978 bis 1980 zum Rathaus umgebaut. Aufgrund der historischen Fassade war und ist eine Außendämmung nicht möglich.