Die Gemeinde fordert den Einbau einer Abluftbehandlungsanlage. Zuvor sollen die relevanten Zusatzbelastungen durch Bioaerosole ermittelt werden. So wird es angeordnet.

Seit Jahren beschäftigt sich der Gemeinderat intensiv mit dem Bauantrag zur Errichtung einer Hühnermastanlage in Wohlbach in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung. Von den Gerichten beanstandet wurden die Nachtabholung sowie die Genehmigung der Mistlagerstätte im Innenbereich. Von der Gemeinde angebotene Ersatzstandorte und alternative Erschließungen waren bislang vom Bauwerber abgelehnt worden.


Ein Grundsatzurteil

Nun, so Bürgermeister Martin Finzel (parteilos), habe das Bundesverwaltungsgericht in einer von der Gemeinde im Verfahren geforderten Frage ein Grundsatzurteil gefällt. Dabei gehe es um die Bioaerosolbelastung der Nachbarschaft bei Geflügelmastanlagen. Grundlage war eine unmittelbare Nachbarschaft von Wohnbebauung und Mastanlage, die im konkreten Fall bei 250 Metern lag.

In Wohlbach, begründet Finzel die Forderung der Gemeinde, würde der im Präzedenzurteil genannte Abstand zur Wohnbebauung mit circa 200 Metern sogar noch unterschritten. So sei hier eine Ermittlung der Zusatzbelastung zwingend erforderlich. Eine solche Vorsorgeanordnung könne allerdings grundsätzlich nur durch das Landratsamt als Genehmigungsbehörde ausgesprochen werden. Finzel hat mit Schreiben vom 8. September 2015 das Landratsamt gebeten, die Sachlage zu prüfen und mit Blick auf den optimalen Schutz der Bürger des Ortsteils Wohlbach die Einleitung eines solchen Verfahrens zur nachträglichen Anordnung des Einbaus einer Abluftbehandlungsanlage auszusprechen.

Bioaerosole sind laut Gunter Linsel von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin ausgesprochen komplexe luftgetragene Partikel biologischer Herkunft. Im Einzelnen kann es sich dabei um lebende oder tote Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilze, Algen oder Zellkulturen handeln, die in höheren Konzentrationen zu Beeinträchtigungen der Gesundheit führen können.


Ja zu Milchviehstall

Für den Neubau eines Milchviehstalles mit Melk- und Technikgebäude sowie Außenlaufhof und Güllegrube in Witzmannsberg gab der Gemeinderat grünes Licht. Für die Bauzeit hat der Bauwerber eine Baustellenzufahrt zu beantragen. Darüber hinaus soll die neue Hoffläche durch eine Hecke mit einheimischen Gehölzen abgegrenzt werden. Sollte ein Trinkwasseranschluss benötigt werden, muss der Bauwerber die Kosten übernehmen.


Änderung bei Gebühren

Der Gemeinderat folgte den Empfehlungen des Werksenats, auch im Bereich der Abwassergebühren eine Grundgebühr in gleicher Höhe wie bei der Wasserversorgung einzuführen. Diese wird gestaffelt nach den Durchflussmengen der Wasserzähler von 36 bis 144 Euro pro Jahr. Die Einleitungsgebühr wird im Gegenzug um zehn Cent pro Kubikmeter auf 2,98 Euro pro Kubikmeter gesenkt. Bei den Wasserverbrauchsgebühren haben die Kalkulationen, die für die nächsten drei Jahre angestellt wurden, ergeben, dass die Gebührenhöhe bestehen bleiben kann. Neben den Grundgebühren bleiben die Verbrauchsgebühren folglich bei 1,88 Euro pro Kubikmeter und somit seit 2009 gleich. Die neue Beitrags- und Gebührensatzung tritt zum 1. Oktober 2015 in Kraft.


Ahorn richtet eine Stiftung ein

Ahorn will eine "Bürgerstiftung" ins Leben rufen, in die Spenden von Bürgern oder Nachlässe fließen sollen für gemeinnützige und mildtätige Zwecke in der Gemeinde. "Ein Instrument für die Ewigkeit", nannte es Stephan Franke von der Deutschen Stiftungstreuhand. In Zusammenarbeit mit der Sparkasse Coburg-Lichtenfels werde die Stiftungstreuhand von den 10 000 Euro Anfangskapital die Hälfte übernehmen, sodass die Gemeinde selbst lediglich 5000 Euro beizusteuern hätte.


Unterstützung breit gefasst

Die Palette der Stiftungszwecke soll breit gefasst sein und reicht vom öffentlichen Gesundheitswesen über Jugend- und Altenhilfe bis hin zu Heimatpflege, Naturschutz oder Bildung und Ausbildung. Die Verwaltung des Stiftungsvermögens soll in den Händen der Deutschen Stiftungstreuhand liegen und durch ein Stiftungskuratorium der Sparkasse regelmäßig überprüft werden.


Langfristig und nachhaltig

Über die Verwendung der anteiligen Erträge der Bürgerstiftung, erklärte Franke, würde dann ein von der Gemeinde ernannter Stiftungsrat entscheiden. Ahorns Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) sieht in einer Bürgerstiftung ein Instrumentarium, mit dem das Sozialwesen in der Gemeinde langfristig und nachhaltig unterstützt werden könne. "Generationen von Gemeinderäten und Bürgern werden nicht nur damit beschäftigt sein, sondern auch davon profitieren", sagt Finzel.

Noch 2015 soll die Stiftung aus der Taufe gehoben werden. Nach dem einhelligen Ja des Gemeinderates in der jüngsten Sitzung wird jetzt zunächst eine Satzung erarbeitet. gb