Am Sonntag prägte die Feuerwehr das Bild des schmucken Rödentaler Stadtteils. Die Straßen säumten knallrote historische Fahrzeuge der Feuerwehr. Mit den Oldtimern waren die Wehren aus Franken, Thüringen und Sachsen in den Ort an der ehemaligen innerdeutschen Grenze gekommen. Anlass war das 25. Jubiläumsjahr der Deutschen Einheit.

Die Idee dieser Aktion kam Frieder Schneider von der Dorfgemeinschaft Weißenbrunn vorm Wald. Vor sechs Jahren überlegten sich die Weißenbrunner, wie sie das 20. Jubiläum besonders gestalten könnten. "Wir wollten einfach mehr als die üblichen Feste, wir suchten eine Attraktion, damit auch Besucher in unseren Ort kommen." Schneider kam auf den Gedanken, die Feuerwehr auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze einzuladen und dies mit einem Oldtimer-Treffen zu verbinden. "Das kam so gut an, dass wir es im 25. Jahr wiederholt haben", sagt der Weißenbrunner.


Länderübergreifende Zusammenarbeit

Zur Freude von Kreisbrandrat Manfred Lorenz. In der Feuerwehr, sagte er, funktioniere die Zusammenarbeit länderübergreifend herausragend. Dies bestätigte sein Kollege Mathias Nüchterlein, Kreisbrandinspektor im Landkreis Sonneberg. "Unser gemeinsames Ziel ist es, im Notfall Menschen zu helfen, und da gibt es keine Grenzen." In der Ortschaft Weißenbrunn vorm Wald werde die Notwendigkeit dieses Zusammenspiels besonders deutlich. Hier verlaufe die ICE-Trasse, und mit dem Tunnelbau kämen neue Aufgaben auf die Aktiven zu, auf thüringischer wie bayerischer Seite. "Die Bahnstrecke macht an keiner Grenze halt", betonte Nüchterlein.
Zwischen 40 und 50 historischer alter Fahrzeuge konnten die Besucher bestaunen. Thomas Stegner aus Mittelberg interessierte sich auch für die Ausstellung zur Grenzöffnung im Museum der ehemaligen Schule, sein Sohn, der sechsjährige Adrian, fand die Feuerwehrautos cool.

Aus Almerswind war Hartmut Lutherdt mit einem Löschfahrzeug der ehemaligen DDR gekommen. Das Auto aus dem Baujahr 1978 ist übrigens immer noch im Einsatz. Einige Feuerwehrmänner hatten im Fundus gewühlt und sich alte Löschanzüge angezogen. Hier gab es übrigens nur wenige Unterschiede zwischen West- und Ostanzügen, beiden waren aus olivfarbenem beschichteten Baumwollstoff.

Mit dabei waren auch viele Jugend-Feuerwehren, zum Beispiel die Jungen und Mädchen aus Lichte in Thüringen. "Wir haben zwei alte Fahrzeuge dabei", erzählte Paul Quade.


Enge Verbundenheit

Die Schirmherrschaft hatten Christine Zitzmann (CDU), Landrätin aus Sonneberg, und der Coburger Landrat Michael Busch (SPD) übernommen. Zitzmann sieht in "der Parade der roten Schönheiten" aus den drei Bundesländern einen großartigen Beitrag zur Wiedervereinigung. Die Menschen hier hätten an der Nahtstelle zwischen Ost und West den "Eisernen Vorhang" hautnah erlebt. "Wir sollten uns alle von Herzen freuen, dass all dies mit der friedlichen Revolution von 1989 und der Wiedervereinigung ein Ende hatte." Landrat Michael Busch nannte das Oldtimer-Treffen einen tollen Anlass, um die Deutsche Einheit zu feiern. Rödentals Bürgermeister Marco Steiner (FW) und die Bürgermeisterin der Stadt Schalkau, Ute Hopf (CDU), blickten gemeinsam auf die aufregende Zeit der Grenzöffnung zurück und stellten eine enge Verbundenheit fest. Am Nachmittag rollten die roten, auf Hochglanz polierten Feuerwehrautos durch die Ortschaften auf bayerischer und thüringischer Seite.