Schon zum dritten Mal hat der Coburger Werkzeugmaschinenhersteller Waldrich zur "Nacht der Ausbildung" für die Öffentlichkeit seine Tore geöffnet. Auch dieses Mal sind der Einladung zahlreiche Interessierte gefolgt.
Das Traditionsunternehmen, das im Bereich Großwerkzeugmaschinenbau zu den Weltmarktführern gehört, hat sich an seinem "Abend der offenen Tür" nicht lumpen lassen. Die Gäste waren vor allem gekommen, um einen Blick hinter die Kulissen von Waldrich zu werfen. Überall waren Wegweiser aufgestellt, damit sich niemand auf dem Rundgang durch die weitläufigen Hallen verlaufen konnte. In der Komponentenmontage werden für Waldricher Verhältnisse "kleine" Maschinenteile wie Spindel- und Fräseinheiten hergestellt. "Die Komponentenmontage ist unser Herzstück", erklärte der Geschäftsführer Uwe Herold. "Wenn hier ungenau gearbeitet wird, funktioniert der ganze Rest nicht." In der nächsten Halle befindet sich die Großteilfertigung, in der unter anderem Turbinen und Schiffsschrauben hergestellt werden können. "Natürlich verwenden wir zur Produktion nur unsere eigenen Maschinen, weil wir nur so höchste Präzision gewährleisten können", sagte Uwe Herold.


Über Ausbildung informiert

Die fertigen Teile werden schließlich in der Hauptmontage zu fertigen Maschinen zusammengesetzt, von wo aus sie in die ganze Welt ausgeliefert werden. In einer separaten Halle, die gleichzeitig als Verkaufsraum dient, stehen drei Exemplare der neuesten Erfindung von Waldrich, dem Taurus. Die kleine Maschine zur Herstellung von Werkzeugen jeder Art zeichnet sich durch höchste Präzision bei nahezu keinem Verschleiß aus.Vor allem waren zur "Nacht der Ausbildung" Jugendliche gekommen, die sich über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren wollten. Neben den dualen Studiengängen Maschinenbau und Elektrotechnik bietet Waldrich auch die Berufe Industriemechaniker, Elektroniker, technischer Produktdesigner und Zerspanungsmechaniker an. Im letzten Jahr haben 13 Jugendliche ihre Ausbildung bei Waldrich begonnen, 18 sind im vierten Lehrjahr.
In einer eigenen Lehrwerkstatt wird den Auszubildenden alles beigebracht, was sie später für ihre Arbeit bei dem Werkzeugmaschinenhersteller wissen müssen. Beim Rundgang durch die Werkstatt konnten die Besucher ihre Fragen direkt an die derzeitigen Auszubildenden richten, sich die Maschinen erklären lassen und sich an einigen Stationen selbst ausprobieren.
Lukas Rebhan und Julian Thomä sind im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zum Industriemechaniker. "Ich bin froh, hier zu arbeiten", sagte Julian Thomä. "Eine eigene Lehrwerkstatt hat nicht jedes Unternehmen." Lukas Rebhan gefällt vor allem der Kontakt zu den anderen Auszubildenden: "Wir helfen uns hier alle gegenseitig und unterstützen uns."
Am Ende der "Nacht der Ausbildung" sind bei den Besuchern keine Fragen offengeblieben. Elke Stolle kam mit ihrem Sohn Nils. "Mein Sohn ist zwar erst 13", sagte sie. "Aber nächstes Schuljahr dürfen die Kinder die ersten Praktika machen." Nils hat es bei Waldrich gut gefallen. "Ich kann mir gut vorstellen, irgendwann hier zu arbeiten", sagte er.