Ein internationaler Wind weht an diesem Sonntag in der Turnhalle der Realschule Coburg II. In der einen Ecke hört man arabisch, auch auf Russisch oder albanisch lassen sich Gesprächsfetzen aufschnappen und hin und wieder klingen auch ein paar deutsche Sätze. Im hinteren Teil der Halle sind zwei große Hüpfburgen aufgebaut, auf denen Kinder aus verschiedenen Ländern miteinander spielen und toben. Beim Willkommensfest für Flüchtlingsfamilien aus der Region Coburg haben sich Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammengefunden, um gemeinsam zu feiern.

Der Initiator der Veranstaltung und Geschäftsführer der Coburg Stadt und Land aktiv GmbH, Stefan Hinterleitner, erzählt: "Ein Willkommensfest hat es in Coburg bisher noch nie gegeben." In den staatlichen sowie in den dezentralen Unterkünften in der Stadt und im Landkreis Coburg gebe es rund 500 Flüchtlingsfamilien. "Einige leben schon seit Jahren in Coburg, aber vor allem in den letzten beiden Jahren sind viele Menschen dazugekommen", erläutert Hinterleitner. Für das Willkommensfest habe er zehn Buslinien organisiert, damit auch alle Familien die Möglichkeit haben teilzunehmen.

"Coburg ist weltoffen und bunt!"


Die Idee für die Veranstaltung hatte Landrat Michael Busch (SPD), ausgerichtet wird sie vom Netzwerk für Menschenrechte und Demokratie "Wir sind bunt: Coburg Stadt und Land". Der Landrat übernimmt nun gemeinsam mit dem Dritten Bürgermeister der Stadt Coburg, Thomas Nowak (SPD), die Begrüßung der zahlreichen Gäste. "Es ist uns ein Herzensanliegen, uns persönlich vorzustellen", sagt Thomas Nowak. Er möchte die Flüchtlinge als Gäste und zukünftige Mitbürger der Region Coburg begrüßen und freut sich, dass sie hier ein zu Hause auf Zeit gefunden haben. Landrat Michael Busch fügt hinzu: "Die Familien sollen sich bei uns sicher und geborgen fühlen." Von den meisten Bürgern werden die Gäste aus den fremden Ländern mit Gastfreundschaft und offenen Armen empfangen, lobt der Landrat. Für Nowak und Busch ist es nicht nur eine politische, sondern auch eine menschliche und moralische Verpflichtung, humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge zu leisten. "Dieses Fest soll ein äußeres Zeichen sein um ins Gespräch zu kommen", betont der Landrat. Coburg sei weltoffen und bunt. "Fremdenfeindlichkeit hat bei uns keinen Platz."

Thomas Nowak appelliert an die Flüchtlingsfamilien, die zahlreichen Angebote aus der Region Coburg zur Integration zu nutzen. "Wir Coburger haben auch ein großes Interesse, neue Kulturen kennenzulernen", betont er.
Neben der Bühne ist ein Tisch aufgebaut, an dem sich die internationalen Gäste über Themen wie Integrationssprachkurse, Asylsozialberatung oder Ausbildungen informieren können. Ansprechpartner stehen ebenfalls bereit. Nach den Ansprache von Thomas Nowak und Michael Busch treten Ragida Deeb, Viktorya Voinarowska und Heike Mecini vor. Sie übersetzen die Begrüßungsrede nacheinander auf arabisch, russisch und albanisch, damit die Flüchtlingsfamilien auch jedes Wort der beiden Politiker verstehen können. Nach den Übersetzungen ertönt großer Beifall und Jubel in der Turnhalle.

Besonders erfreut sind die Gäste, als Landrat Busch noch ein Ständchen auf der Gitarre zum Besten gibt. Es ist der Auftakt zu einem bunten Programm: Das Kinder und Jugendtheater Coburg zeigt Tänze, Jongliernummern und tänzerische Gymnastik mit Bändern. Die Ditib-Gemeinde (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) hat einen Imbiss organisiert, der Stamm Albatros der vom Verband Christlicher Pfadfinder Coburg steuert Getränke bei. Das führt die Menschen zusammen, sie knüpfen Kontakte und informieren sich neugierig über die Zukunftsmöglichkeiten in der Region Coburg.