Vor einem begeisterten Publikum schlägt die VSG Coburg/Grub den Favoriten und Kontrahenten an der Tabellenspitze, den amtierenden Meister GSVE Delitzsch mit einem überzeugenden 3:1-Sieg (25:21, 25:19, 23:25, 25:14) in vier Sätzen.


Spannender Schlagabtausch



VSG-Trainer Milan Maric: "Beide Mannschaften waren angesichts von Tabellensituation und der voll besetzten Ränge nervös und spielten in etwa gleich stark. Wir konnten aber aufgrund von weniger Eigenfehlern die ersten beiden Sätze gewinnen. Delitzsch kam im dritten stärker auf und das hätten wir nicht zulassen müssen oder dürfen. Den letzten Satz konnten wir wieder souverän für uns entschieden. Die Teams haben vor einem großen Publikum einen spannenden Schlagabtausch gezeigt. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Team."
Alle Spieler blickten oft in die Runde und Johannes Engel, der im vierten Satz von Trainer Maric eingewechselt wurde, gab zu, dass er enormes Lampenfieber hatte. Was ihn aber nicht daran hinderte, seine Möglichkeiten gegen die Delitzscher voll auszuschöpfen.


Heftige Außenangriffe



Insgesamt betrachtet spielten beide Mannschaften ihr Können voll aus. So zeigte zum Beispiel der emotional aktive Sebastian Reichstein auf der Delitzscher Seite immer wieder mit Sprungaufgaben und heftigen Außenangriffen, warum die GSVE soweit vorne steht. Der über die Mitte operierende Sebastian Kynast verwandelte viele Vorlagen, die ihm vom Talent René Berlet serviert wurde. Überraschende Schnellangriffe über die Mitte, offensichtlich eine Spezialität aus Sachsen.


Spektakuläre Situationen



Auf Coburger Seite ist der tolle Außenblock zu erwähnen, der von den beiden "Mitten" Sven Kellermann und Lukas Gudas geleitet wurde. Die Zuschauern genossen spektakuläre Block- und Angriffssituationen, bei denen es lautstark zuging. VSG-Zuspieler Gilles Braas, der vom Luxemburger Nationaltrainer in der Arena gecheckt wurde, legte wieder ein fulminantes und für Delitzsch überraschendes Spiel hin. Seine Finten waren für die Gegner nahezu unerreichbar.
Zuschauer Heiko Hartmann: "Klasse, wie der hier die Abwehr der Delitzscher offen legt." Insgesamt haben die Coburger unaufgeregt und sortiert ein prima Spiel hingelegt. Bei Delitzsch lagen teilweise die Nerven offen und manch strenges Wort bewegte sich durch das Sachsener Team und vom Schiedsrichter nicht erkannte Geste wurde durch das Netz zum Gegner gesendet.

Ein Blick auf die Tabelle lohnt


Punktgleich waren die Kontrahenten gegeneinander angetreten. Klar war, dass diese Partie und das Ergebnis aus der Auseinandersetzung der L.E.Volleys Leipzig gegen ASV Dachau aufzeigen würde, wer von den vier führenden Vereinen mit einer sogenannten "weißen Weste" die 2. Bundesliga im Oktober leiten wird. Dem interessierten DVL-Ticker-Verfolger offenbarte sich parallel zu den Aktivitäten in Coburg eine Überraschung in Leipzig: Führte die ASV Dachau zu Beginn des Spiels noch 2:0, ging es am Ende 3:2 im Tiebreak für die Leipziger aus.

Ein großartiges Publikum


Immer weniger Plätze bleiben in der Schmiede zu Coburg, der HUK-Coburg-Arena frei, wenn die Grünfranken dieser Tage gegen ihre Gegner antreten. Kamen im letzten Jahr zu Bestzeiten bis zu 859 Personen, so konnte man am Samstag noch einmal richtig nachlegen. Über 1065 Zuschauern würden sich manche Vereine in der Bundesliga 1 freuen. Die VSG läuft in diesem Jahr in eine grün inszenierte Halle ein.

Marko Henke war wieder da


Die VSG hatte sich am ersten Heimspieltag viel vorgenommen. Einer der Leistungsträger der letzten Saison, Marko Henke, wurde eingeladen und von Bundesliga-Manager Peter Pillmann in der ersten Pause offiziell verabschiedet.
Viele Angebote im Rahmenprogramm kamen zudem gut an. Die Abstimmung mit den Trommlern der Sambajuco und Hölle Nord, dem Cobra- sowie dem extra aus Schmiedefeld angereisten Kelly-Fanclub wird noch eine Aufgabe des nächsten Spiels werden.
Mit dem "Spieler des Tages" führt die VSG zudem das Interesse des Publikums von Spieltag zu Spieltag. Am Samstag, 3. November, wird dann bekanntgegeben, wer der Spieler des Tages gegen Delitzsch war. Gilles Braas ist ein Favorit dafür.

Stimmen zum Spiel


Volker Pohl (Co-Trainer): "In einem sehr spannenden Spiel lagen unsere Spieler meistens vorne. Der teilweise überragende Sebastian Reichstein brachte sein Team mit starken Aufschlägen im dritten Satz zurück. Ich erinnere an seinen Aufschlag, der nach Kantenstopp direkt in unser Feld fiel. Wie schon in Zschopau und Rüsselsheim machte aber die Mischung aus Wechseln und taktischen Anweisungen sowie natürlich die Leistung jedes Einzelnen den Unterschied zum Delitzscher Team aus. Verdient gewonnen, ich bin zufrieden."
André Dehler: "Wir haben heute wieder ein starkes und weitgehend souverän aufspielendes VSG-Team gesehen. Die Mannschaft zeigte in den ersten beiden Sätzen klasse Volleyball und ließ sich vom Jubel des Publikums tragen. Im dritten Satz, den man unnötig hergab, schwächelten die Jungs zwar kurz, aber insgesamt war der Sieg absolut verdient und zu keiner Zeit in Gefahr! Nichtsdestotrotz haben wir trotz Tabellenführung noch nichts erreicht und müssen weiterhin konzentriert weiter arbeiten und Trainer Milan Maric wird die Jungs gezielt auf die kommenden Gegner vorbereiten, damit die Erfolgspur weitergeht."
Michaela Mahr: "Toll ist nicht nur, dass die Coburger/Grüber derzeit alle Spiele gewinnen. Das Team und der Verein schaffen es, uns als Zuschauer wie mit der Cocktail-Bar zu überraschen. So bekommt man ein tolles Paket hier in der "Schmiede zu Coburg".
Frank Heumann: "Wie die Zuschauer am Samstag gesehen haben, ist das VSG-Team derzeit mental und physisch vom Trainer bestens eingestellt worden. Die Euphorie darf sein, überschwänglich sollten wir aber nicht werden, denn noch vor einigen Tagen haben wir davon gesprochen, die notwendigen 20 Punkte im Kampf gegen den Abstieg einzusammeln. Nächste Woche sind wir auswärts bei der TGM Mainz-Gonzenheim, die ihr Spiel gegen die TSV Zschopau gewonnen hat."
Der VSG-Kader: Gilles Braas, Benjamin Kucera, Sven Kellermann, Marcel Herrmann, Johannes Engel, Max Kessel, Steffen Reinsch, Jonas Ickerott, Max Meuter, Hans-Peter Nürnberger, Patrick Speta und Lukas Gudas.