Der 25-Jährige, der im Februar in Coburg eine Austauschstudentin missbraucht hat, wird zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Mann bleibt in der psychiatrischen Klinik in Bayreuth. Dort soll er wegen seiner multiplen Sexualstörung therapiert werden. Wegen besonders schwerer Vergewaltigung, versuchtem sexuellen Missbrauch von Kindern und exhibitionistischen Handlungen ist ein 25-Jähriger vom Landgericht Coburg zu einer Gesamthaftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Der Mann hatte im Februar 2014 in Coburg eine Austauschstudentin sexuell missbraucht. Alle Parteien nahmen das Urteil an. Es ist damit rechtskräftig.

Der Coburger, der unter einer "multiplen Störung der Sexualpräferenz" leidet, bleibt im psychiatrischen Krankenhaus in Bayreuth, in dem er seit Anfang September untergebracht ist. Dort soll er therapiert werden. "Für Sie beginnt jetzt die Stunde Null", so der Vorsitzende Richter Gerhard Amend, der von einem "fairen Verfahren" sprach.

Täter ist geständig

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann die 22-jährige Mexikanerin in einem Hausflur in der Coburger Innenstadt vergewaltigt hat. Aufgrund der diagnostizierten Sexualstörung und seines allgemein starken Sexualtriebes sei der Mann zum Zeitpunkt der Taten vermindert schuldfähig gewesen, so Amend.

Der Verurteilte, so der Richter weiter, sei "für die Allgemeinheit sehr gefährlich". Die Unterbringung in der Psychiatrie sei daher erforderlich. "Es wird eine lange Behandlung sein. Die ist aber vonnöten, wenn Sie straffrei leben wollen", richtete Amend an den 25-Jährigen, der in Zukunft regelmäßig von Gutachtern untersucht wird. Sollten diese während der Haftzeit zu dem Urteil kommen, dass der Patient therapiert ist, muss er den Rest der Strafe im Gefängnis verbringen. Ist er zum Ende der sechs Jahre noch nicht therapiert, bleibt er in der Psychiatrie.

Die Austauschstudentin wurde bei der Tat erheblich verletzt und musste vier Tage im Krankenhaus behandelt werden. Sie lebt wieder in ihrem Heimatland und ist immer noch traumatisiert. "Sie konnte das Studium monatelang nicht fortführen. Sie ist immer noch in Therapie", so die Vertreterin der Nebenklage, Cornelia Gidengil.
Die Rechtsanwältin hofft, dass ihre Mandantin durch die Stiftung "Opferhilfe Bayern" finanziell unterstützt wird. Opfer würden nach dem Entschädigungsgesetz nämlich nur Leistungen erhalten, wenn sie sechs Monate in Deutschland verbracht haben. Die Mexikanerin war aber nur fünf Monate in Coburg. Darüber hinaus sei beim Täter "wohl nichts zu holen".

Der 25-Jährige, der drei Tage nach der Vergewaltigung verhaftet wurde, hatte in der Tatnacht sein Genital gegenüber drei anderen Frauen entblößt. Zudem hatte er im Oktober 2013 zwei Mädchen seinen Penis gezeigt und sie aufgefordert, diesen anzufassen. In den polizeilichen Vernehmungen und im Laufe der Verhandlung hatte er alle Taten eingeräumt.
Staatsanwalt Philipp Karr erinnerte in seinem Plädoyer daran, dass dieser Vorfall nur drei Monate nach Beendigung einer Haftstrafe wegen schwerer Körperverletzung aktenkundig wurde. Er forderte eine Gesamthaftstrafe von sieben Jahren und aufgrund der Sexualstörung die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Dem schloss sich die Nebenklage an.
Verteidiger Thomas Drehsen hatte für eine Gesamtstrafe von fünf Jahren und ebenfalls einer Unterbringung in der Psychiatrie plädiert. Der Rechtsanwalt betonte nach der Urteilsverkündung, dass nun entscheidend sei, dass sein Mandant bei der Therapie mitarbeite. "Heilungschancen sehe ich."

In seinem Schlusswort hatte der 25-Jährige gesagt, dass ihm alles "schrecklich leid" tut. "Es war nicht richtig." Er hoffe, dass seine Probleme behandelt werden, "damit ich ein straffreies Leben führen kann".