"Das tut schon weh", war VfL-Cheftrainer Oliver Müller am Samstag nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung über die bittere 0:4-Heimpleite im vermutlich vorentscheidenden Endspiel um Bayernliga-Relegationsplatz 17 förmlich ins Gesicht geschrieben. Seine Schützlinge waren gegen den SV Alemannia Haibach dabei zwar vom Start weg bemüht, aber ohne sich in der Offensive wirklich gefährlich in Szene setzen zu können.
Die Gäste lauerten von Beginn an auf Konter, die sich über den pfeilschnellen Ephraim Uworuya so auch immer wieder ergaben. In der Anfangsphase wackelte allerdings zumindest trotzdem allein das Außennetz der Unterfranken, als ein Abschluss von Tim Rebhan abgefälscht an den Außenpfosten klatschte.
Typisch für einen solchen Fight waren anschließend gleichermaßen die üblichen Nickligkeiten, die sich in Folge der existentiellen Auseinandersetzung dieser beiden stark abstiegsgefährdeten Tabellennachbarn einschlichen. Nur wenig Sehenswertes bekam die spärliche Zuschauerkulisse daher bei nasskaltem Wetter im Willi-Schillig-Stadion geboten.
Kapitän Jannik Schmidt und Co. investierten mehr in diesen vor allem kampfbetonten Kellergipfel. "Wir sind ordentlich ins Match gekommen", trauerte Müller im Nachgang weiteren Vorstößen von Lukas Scheler und Maximilian Weinreich nach.
Alle guten Dinge sind drei, dachten sich die mitgereisten Fans der Komljenovic-Elf dann allerdings auf der Gegenseite, als Christian Johannes Breunig zunächst aus Nahdistanz überhastet verzog (40.), ehe Weinreich einen Schuss desselben Akteurs kurz vor der Torlinie klärte (41.), bevor der SV-Top-Torjäger nach einem katastrophalen Fehlpass im Spielaufbau allein auf Edemodu zulaufend eiskalt einnetzte (42.). Ein absoluter Wirkungstreffer!
Absprechen konnte man den Müller-Schützlingen den Willen, der Partie eine Wende zu geben, nicht, aber die zündenden Impulse im Angriff wurden allerdings nach wie vor kläglich vermisst. Als der gelbvorbelastete Alles die Ampelkarte sah (62.), wurden die zaghaften Aufholjagd-Bemühungen noch erschwerte.
Niklas Schüßler musste zwar wenig später ebenfalls mit Gelbrot vom Feld, doch da hatte Breunig die Frohnlacher schon kurz zuvor scheinbar mühelos überlaufen und mit seinem zweiten Tor mitten ins VfL-Mark getroffen (68.). Endgültig klar, wer in diesem Sechs-Punkte-Match den Unterschied ausmachte, war, als Breunig seinen dritten Treffer erzielte und mit seinem bereits 13. Saisontreffer den Deckel final auf diese Partie setzte (75.). Die Tatsache, dass Patrick Farbmacher zu allem Überfluss noch das 0:4 markierte (87.), war darüber hinaus dann freilich lediglich noch zusätzliches Salz in die ohnehin schon riesigen Wunden des VfL.
Haibachs Schlussmann Kristijan Ivkic musste sich nicht einmal ernsthaft auszeichnen. "Wir haben unser Potenzial, von dem ich nach wie vor überzeugt bin, heute leider einmal mehr im entscheidenden Moment nicht abrufen können", hatte nicht allein Müller sich weitaus mehr Gegenwehr von seinen Kickern gewünscht, die nun bereits acht Zähler Rückstand auf den Vorletzten aus Haibach haben und für die der Klassenerhalt trotz zweier Nachholspiele in immer größere Ferne rückt!

VfL Frohnlach gegen SV Alemannia Haibach 0:4 (0:1)


VfL Frohnlach: Edemodu - Rebhan, Krüger, Schmidt, Knie, Scheler (79. Fischer), Alles, Weinreich, Pflaum (88. Schuster), Pfadenhauer, Hartmann (63. Teuchert).
SV Alemannia Haibach: Ivkic - Schüßler, Arslan, Gschwender, Sänger (83. Kirchner), Uworuya (88. Bauer), Schrod, Franz, Huth, Farbmacher, Breunig (79. Fröhlich).
SR: Mario Hofmann (SpVgg/DJK Heroldsbach/Thurn). - Tore: 0:1 Breunig (42.), 0:2 Breunig (68.), 0:3 Breunig (75.), 0:4 Farbmacher (87.). / Gelbe Karten: Pflaum, Alles, Schubert / Schüßler, Farbmacher, Sänger, Schrod, Franz. / Gelb-Rote Karte: Alles (62.) / Schüßler (70./beide wegen wiederholtem Foulspiel). / Zuschauer: 89.



Der Kommentar von Christoph Böger

Bayernliga-Tort(o)ur ist bald vorbei - TSV Sonnefeld wartet schon

Der VfL Frohnlach hat seine letzte Chance auf den Klassenerhalt in der Bayernliga Nord verspielt. Deutlich verspielt: 0:4 auf eigenem Platz gegen den Tabellenvorletzten. Dem einzig verbliebenen Kontrahenten, der noch in Reichweite war. Jetzt ist der Abstieg in die Landesliga nahezu besiegelt. Und das ist auch gut so!
Die Verantwortlichen täten nämlich gut daran, den Rechenschieber in der Schublade zu lassen. Auch an Spekulationen und Eventualitäten, ob es wieder weniger Absteiger gibt oder Mannschaften zurückziehen, sind völlig fehl am Platz. Es zählen die blau-weißen Fakten: 16:64 Tore, neun Punkte aus 22 Spielen.
Diese Mannschaft ist zu schwach für die Bayernliga. Und sie war es bereits in der letzten Saison. Doch dank glücklicher Umstände während eines verwirrenden Relegation-Marathons löste die "Wischi-Elf" paradoxerweise erneut das Ticket fürs bayerische Oberhaus. Dieser "Freifahrtschein", mit dem die Youngster Erfahrungen sammeln durften, entpuppte sich schnell als viel zu hohe Hypothek. Zu viele Spieler im Kader haben nicht einmal Landesliga-Niveau, geschweige denn können sie in der Bayernliga mithalten.
Die vielen Rückschläge und ständigen Negativerlebnisse zehrten zuletzt am Nervenkostüm und zwangsläufig auch an der Einstellung. Nicht umsonst rastete Trainer Oliver Müller nach dem 0:4-Debakel bei der Punktspielgeneralprobe vor zwei Wochen gegen den Bezirksligisten SV Friesen in der Kabine aus. Er soll dabei sogar mit Rücktritt gedroht haben. Schließlich ist auch für ihn und seinen Partner Christian Tremel dieser angebliche "Jugendwahn" nicht immer leicht.
Hartmann, Knie, Schubert & Co. waren dem Druck nicht gewachsen. Die bescheidenen Rahmenbedingungen, die im "finanziellen Übergangsjahr" (O-Ton Vorstand Klaus Schillig) rund um das Waldstadion herrschen, tun ihr Übriges dazu. Doch es gibt Licht am Ende des VfL-Tunnels. Nicht nur weil der Klub nach den Worten von Schillig künftig wieder in der Lage sein wird, seine Trainer und Spieler vernünftiger zu entlohnen, sondern weil eine interessantere Spielklasse auf Frohnlach wartet.
Die Landesliga kann 2017/18 mit dem Nachbarn TSV Sonnefeld - vor drei Jahren undenkbar - mit dem FC Lichtenfels, dem FC Coburg und dem SV Friesen wieder richtig Spaß und Spannung bringen. Vorausgesetzt diese Klubs erreichen ihr Saisonziel. Dann gibt es auch wieder ein paar Zuschauer mehr auf den Fußballplätzen - nicht nur im schmucken "Willi-Schillig-Stadion", das sich am Samstag vor 89 Zuschauern wie in einem Dornröschenschlaf präsentierte.