Eine Kreuzung, viele Fragen: Ist es wirklich schon ein "Unfall-Schwerpunkt", wenn es auf der viel befahrenen Anger-Kreuzung acht Mal im Jahr kracht? Kann die Situation entschärft werden, indem die mittlere Spur von der Schützenstraße in Richtung Frankenbrücke gesperrt wird? Und: Reichen drei Wochen aus, um ausreichend Erkenntnisse zu sammeln, dass bei einer gesperrten Mittelspur nicht mehr alle sieben Wochen ein Unfall passiert?

Zumindest die letzte Frage hat die Unfallkommission, die aus Vertretern von Polizei, städtischem Ordnungsamt und SÜC/CEB besteht, jetzt beantwortet: Nein, drei Wochen Test-Phase reichen nicht aus. Deshalb endet sie auch nicht schon, wie ursprünglich geplant, an diesem Sonntag, sondern wird um zwei Wochen bis 10. März verlängert. Bis dahin wird auch die Auswertung einer umfassenden Video-Dokumentation vorliegen, die in dieser Woche an der Kreuzung vorgenommen wurde.


Hitzige Debatte

Allen voran in den sozialen Netzwerken wird über die Sperrung der Mittelspur sehr hitzig diskutiert. Viele Autofahrer beklagen, dass es speziell im Berufsverkehr zu erheblichen Rückstaus kommt - verursacht, weil Rechtsabbieger in Richtung Goethestraße den Verkehr aufhalten, wenn sie wegen querender Fußgänger warten müssen.

Die meisten Unfälle auf der Angerkreuzung sind in der Vergangenheit deshalb passiert, weil Autofahrer, die von der (jetzt gesperrten) Mittelspur in Richtung Frankenbrücke fahren, ganz leicht nach rechts lenken müssen, um am Schillerplatz wieder auf die richtige Spur zu gelangen - wer dies nicht tut, kann mit Autos, die stadteinwärts fahren, kollidieren.

SPD-Stadtrat Dominik Sauerteig hat auf Facebook eine farbliche Markierung der einzelnen Spuren ins Gespräch gebracht. Damit könnte auch "untalentierten Fahrern" der Weg gewiesen werden.