Der abschließende kräftige Händedruck signalisierte es deutlich: Die interkommunale Zusammenarbeit der Gemeinden Großheirath, Itzgrund und Untermerzbach ist beschlossene Sache. Noch beschränkt sie sich zwar ausschließlich auf die Kooperationsfelder der Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung - sie zeigt aber auch, dass eine Zusammenarbeit über ober- und unterfränkische Grenzen hinweg möglich ist.

Bei einer gemeinsamen Sitzung aller drei Gemeinderäte informierte die Bürgermeister Helmut Dietz (Untermerzbach, SPD), Werner Thomas (Itzgrund, SPD) und Udo Siegel (Großheirath, CSU) über bereits erledigte Vorbereitungsarbeiten. Wichtig sei dabei gewesen: Die drei Ortsnetze verbleiben im Besitz der Kommunen, auch jeweils erforderliche Investitionen seien nach wie vor Aufgabe der einzelnen Gemeinden.

Hintergrund der Zusammenarbeit ist der momentane Personalaufwand, der sich momentan im Jahresmittel auf 4,3 Stellen hochrechnen lässt. Ziel sei es, diesen auf drei Fachkräfte zu beschränken und damit durchschnittlich rund 17.000 Euro pro Kommune und Jahr einzusparen. Zusätzlich erhoffen sich die drei Partnergemeinden im Itzgrund Synergieeffekte. Diese könne man nutzen, um die Spezialisierung der Mitarbeiter, eine verbesserte Rufbereitschaft bei Notfällen sowie eine effektivere Lagerhaltung voranzubringen. Weitere Vorteile: günstigere Einkäufe von Ersatzteilen, ein kleinerer Fuhrpark sowie optimalere Erfüllung der Hygienebestimmungen.
Einer der wichtigsten Punkte wird die Finanzierung der neuen gemeinsamen Aufgaben sein. Darüber hinaus werden die bisherigen Zweckverbandsmitglieder Ebensfeld und Bad Staffelstein über eine zusätzliche Zweckvereinbarung beteiligt - bleiben ansonsten rechtlich gleichgestellt.

Die Entwässerungsanlagen und die Wasserversorgungseinrichtungen der Mitgliedsgemeinden werden vom Zweckverband zur Betreuung übernommen. Die Schätzung und Übernahme der in den Gemeinden vorhandenen Vermögensgegenstände ist bereits erfolgt. Es geht um Gesamtbeträge von rund 34.000 Euro in Großheirath, 20 400 Euro im Itzgrund und um 8000 Euro in Untermerzbach. Die Verwaltungen haben nun die Aufgabe, sich untereinander auf eine einheitliche Informationsbasis zu einigen.

In der folgenden Diskussion meinte Günther Rose (Itzgrund, CSU), er stehe dem Projekt zwar sehr positiv gegenüber, beurteile aber das Einsparungspotenzial an den Lohnkosten skeptisch. Zur Frage, ob aus dem Zweckverband auch ausgetreten werden könne, sagte Thomas: "Im Vertrag ist ein Probejahr fest geschrieben. Danach werden sämtliche Mitglieder ihre Erfahrungen einbringen und können über Verbleib oder Austritt entscheiden." Thomas zeigte sich überzeugt davon, dass sich das Modell bewähren wird: "Es wird vielleicht nicht aufs Komma genau stimmen, aber ein Erfolgsmodell werden." qrt