Es scheint, als hätte der halbe Itzgrund diesem Termin entgegen gefiebert: Gestern ist die Ortsdurchfahrt auf der Staatsstraße 2204 wieder für den Verkehr freigegeben worden - und die ganze Ortsmitte war voller Menschen, die bei der Feier mit dabei sein wollten.

Bürgermeister Werner Thomas (SPD) freute sich über die große Beteiligung, weil ja das Freigabe-Fest auch ausdrücklich für die Bürger gedacht war. Denn die mussten in den vergangenen Monaten einiges aushalten - insbesondere viele Autos, die trotz Sperrung durch die Baustelle irrten. "Der Autofahrer ist sehr erfinderisch, was das Umfahren von Baustellen angeht", berichtete Thomas. Alles in allem sei die Sanierung der Ortsdurchfahrt für die Anwohner "kein Pappenstiel" gewesen. Für die Gemeinde aber auch, betonte der Bürgermeister.

Weil der Itzgrund die Straßenbauarbeiten nutzte, um die Leitungen für Abwasser und Trinkwasser zu erneuern sowie die alten Strom-Oberleitungen in den Boden zu legen, wurde die Baustelle für die Gemeinde aus finanzieller Sicht ein dicker Brocken. "Wir werden auf 500 000 Euro Eigenbeteiligung kommen", rechnete Werner Thomas vor.


Eine wichtige Verbindung

Insgesamt hat die im Oktober vergangenen Jahres begonnene Sanierung auf 550 Metern Streckenlänge 1,3 Millionen Euro gekostet. Das wusste Uwe Zeuschel, der als Bereichsleiter im Staatlichen Bauamt Bamberg für die Arbeiten in Gleußen verantwortlich war. Mit 1700 Fahrzeugen pro Tag liegt die Ortsdurchfahrt Zeuschels Angaben nach zwar unter dem Landesschnitt, aber sie habe eine nicht zu unterschätzende Bedeutung - als wichtige Verbindungsachse zwischen der Bundesstraße 4 und der A73 bei Bad Staffelstein.

Insofern habe die Sanierung schon ihren Sinn. Weil sich die Gemeinde gleich mit auf der Baustelle zog Zeuschel schmunzelnd einen Begriff heran, der sonst nur für XXL-Bauprojekte verwendet wird: Infrastrukturgemeinschaftsaufgabe.

Der Coburger Landtagsabgeordnete, Jürgen W. Heike (CSU), räumte - nicht minder schmunzelnd - ein, zu Beginn der Arbeiten in Gleußen auf dem Weg ins Kloster Banz auch durch die Baustelle gefahren zu sein. Dabei sei ihm deutlich geworden, dass in Gleußen eine gute Straße für einen vernünftigen Verkehrsfluss nötig sei.

Nach der Freude über die Fertigstellung der Staatsstraße im Itzgrund ("Damit ist Gleußen wohl durch.") blickte Coburgs Landrat, Michael Busch (SPD), in die westliche Ecke des Landkreises: Dort harrt die Staatsstraße 2205 zwischen Coburg und Bad Rodach schon seit Jahren ihrer Fertigstellung. Deshalb bat Busch die starke Delegation des Staatlichen Bauamtes Bamberg, bei dieser wichtigen Maßnahme einsatzbereit zu sein, wenn über die Klagen gegen die Trasse vor Gericht entschieden wird. "Wir brauchen diese Straße so schnell wie möglich", betonte der Landrat.


Die Zahlen zur Baustelle

Aufbau: 63 Zentimeter Frostschutz, 18 Zentimeter Tragschicht, 4 Zentimeter Deckschicht. - Länge der Baustelle: 550 Meter. - Verkehrsbelastung: 1700 Fahrzeuge/Tag.