Die Castle Twirlers Coburg - Square-Dance-Club hatten zum "Tanz in Sommerabend" eingeladen und viele Square Dancer aus nah und fern, von Paderborn bis München, gaben sich am Samstag in der "CoJe" ein Stelldichein. Es kamen fast 100 Gäste aus 30 Klubs.

Viele Tänzer seien in die Vestestadt gekommen, um gute Caller zu hören und neue und bekannte Freunde zu treffen, sagte Tunja Köster, Präsidentin der Castle Twirlers Coburg - Square-Dance-Club. Sie erlebten fünf Caller, die mit den verschiedensten Themen die Tänzer begeisterten. Vor 13 Jahren sei sie selbst infiziert worden. Sie habe mehrere Dinge feststellen können: Die Kombination aus Laufen und Denken macht tatsächlich Spaß, Square Dancer sind ein bisschen verrückt, aber total nett. "Heute komme ich einfach nicht mehr vom Square Dance weg."

Die Funktion des Callers ist enorm wichtig

Mit dem Caller stehe und falle ein Klub, erklärt Präsidentin Tunja Köster. Die Castle Twirlers Coburg wollten ihren Caller Matthias Knabner nicht missen, so die einhellige Meinung. Square Dance sei eine Tanzart, die europäische Auswanderer mit nach Amerika gebracht hätten, erklärt Knabner. "Sie wollten ihre eigenen Volkstänze gemeinsam tanzen, was aber so nicht funktioniert hat. Aus den verschiedensten europäischen Tänzen suchten sie sich die schönsten Figuren aus und gaben ihnen einen Namen. Ein Tänzer wurde dazu erkoren, auf der Bühne zu stehen und die jeweiligen Figuren aufzurufen", erklärt Knabner, das sei auch seine Aufgabe. Sein Ziel sei es, "die Tänzer bis an die Klippe zu führen, aber nicht darüber hinaus", so der Caller scherzhaft. Acht Tänzer fanden sich also jeweils zusammen, und der Caller sagte ihnen, was sie tanzen müssen.

Square Dance könne nicht auswendig gelernt werden, jeder Tanz sei anders, auch bei gleicher Musik. Knabner: "Es ist die Kreativität des Callers, die die Tänzer geistig fit hält." Eine Stunde Square Dance sei gleichzusetzen mit drei Stunden Nordic-Walking, sagt Matthias Knabner.

Der Stress des Tages weicht

Vize-Präsident Wolfgang Seliger erzählt, er sei zum Square Dance gekommen, weil er sich gemeinsam mit seiner Ehefrau in seiner Freizeit bewegen wollte und klassische Tänze ihnen einfach nicht gelegen hätten. "Beim Square Dance werden uns 69 Figuren angesagt, dann wissen wir, was wir tanzen müssen. Man muss sich beim Square Dance eben aufs Tanzen konzentrieren und kann dabei den Stress des Tages beiseiteschieben. Wenn ich einmal eine Figur falsch tanze, so suche ich ganz einfach die Schuld beim Caller", scherzte Wolfgang Seliger.
Spaß macht Square Dance auch Anita Werthmann. Sie habe dabei viele nette Leute kennengelernt, und das Tanzen sei gut für Körper und Geist. Auch ohne einen festen Partner könne hier jeder mittanzen, der es einmal gelernt hat. Um tanzen zu können, fahre sie auch gerne mal 200 Kilometer zu befreundeten Klubs oder Festivitäten, verriet Anita Werthmann.