Kunst verwandelt Räume. Dass gilt für profane wie für sakrale Bauten. Zu sehen ist dies von diesem Wochenende an in zahlreichen Kirchen in den Dekanaten Coburg und Michelau. "Spuren aus Licht" lautet das Motto eines ehrgeizigen Kunstprojekts, das Werken von Ludgar Hinse gewidmet sind.

Kreuze, immer wieder Kreuze sind Hinses Markenzeichen. Objekte aus Kunstglas, die dem Thema Kreuz eine neue Bedeutung geben möchten. Das Kreuz nicht nur als Symbol des Leidens zeigen, sondern als Zeichen für Leben und Hoffnung präsentieren - darum geht es Hinse in seinen Arbeiten. "Es ist spannend zu sehen und zu erleben, wie moderne Kunst in einem historischen Rahmen wirkt, sagt Pfarrer Dieter Stößlein, theologischer Referent der Lutherdekade, angesichts des großen Kreuzes, das für die nächsten gut zwei Monate im Chor der Coburger Heilig-Kreuz-Kirche schwebt.


Reflektierende Folien

Langsam dreht sich Hinses Kreuz um seine Längsachse und verändert im Drehen ständig sein Aussehen. Denn Hinse hat dieses Kreuz aus Kunstglas mit reflektierenden farbigen Folien versehen, die - von unten angestrahlt - immer neue Perspektiven ergeben und die als Spiegelung auch den umgebenden Raum scheinbar in Drehung versetzen.


"Gott braucht die Kunst nicht - sowenig wie ihm vorbehaltene Räume - , aber der Mensch", sagt Hinse über seine Kreuze: "Vielleicht können meine Arbeiten eine Spur - ob bewusst oder unbewusst - zu einer neuen Gottesbeziehung legen." Insgesamt elf Kirchen werden durch Hinses Kreuze für gut zwei Monate zu Kunsträumen - in Bad Rodach und Meeder, in Neustadt und Niederfüllbach, in Scherneck und Großheirath, in Coburg und Lahm, in Gleußen und Schottenstein.

"Pilgern auf Luthers Wegen" verspricht das Faltblatt, das sämtliche beteiligte Kirchen auflistet. Beim bloßen Betrachten und Sinnieren soll es nach dem Wunsch der Veranstalter nicht bleiben. Deshalb wird das Kunstprojekt flankiert durch zahlreiche Veranstaltungen - Konzerte und Andachten, Lesungen und Übernachtungen unter dem Lichtkreuz.




Rund um das Projekt "Spuren aus Licht"


Der Künstler Ludger Hinse, geboren 1948, lebt und arbeitet in Recklinghausen und hat seit 1988 über 200 Ausstellungen an renommierten Orten in ganz Europa durchgeführt. Das Werk Hinses ist von drei großen Aspekten bestimmt, die unter den Begriffen "Weiß", "Licht des Stahls" und "Kreuze" zusammengefasst werden können. Er arbeitet mit Leinwand und Farbe, Glas und Metall. Von 2007 bis 2009 fand das größte Kunstprojekt eines einzelnen Künstlers in Nordrhein-Westfalen statt. In 21 Städten, an 77 Ausstellungsorten zeigte Ludger Hinse seine Arbeiten zum Thema " Das Kreuz mit dem Kreuz". 145 000 Menschen sahen seine Werke.

Das Coburger Projekt Elf am Lutherweg gelegene Kirchengemeinden der Dekanate Coburg und Michelau zeigen vom 14. Mai bis 24. Juli Werke des Künstlers Ludger Hinse und laden zu einer Reihe von zum Teil ungewöhnlichen Veranstaltungen ein, einer eigens produzierten Klanginstallation von Ralf Hoyer etwa in Bad Rodach.
Auftakt am Samstag Die zentrale Eröffnungsveranstaltung des Projektes findet am Samstag um 19 Uhr in Heiligkreuz in Coburg statt. Auch bei vielen der folgenden Vernissagen in den einzelnen Kirchen wird der Künstler anwesend sein. Es wird unter anderem auch geführte Pilgerwanderungen und -fahrten geben. Die Abschlussveranstaltung findet am 24. Juli (14 Uhr) in der Schlosskirche Lahm statt.

Beteiligte Gemeinden Johanniskirche Bad Rodach, St. Laurentiuskirche Meeder, Kirche St. Georg Neustadt bei Coburg, St. Matthäus Coburg-Neuses, Heiligkreuz Coburg, Schlosskirche Niederfüllbach, Kirche Scherneck, Marienkirche Watzendorf, Pankratiuskirche Schottenstein, Evangelische Kirche Gleußen, Schlosskirche Itzgrund-Lahm

Der Pilgerführer ( 2,50 Euro) und die Programmübersicht sind in den Kirchengemeinden erhältlich. Weitere Informationen im Internet (www.spuren-aus-licht.de).