Aufgeregt sind Nico Gröger, Valentin Metzner und Simon Ringer noch nicht, aber ehrgeizig. Mindestens den vierten oder fünften Platz möchten die Drei mit ihrer Mannschaft beim Landesschulsportfest für Schüler mit Körperbehinderungen erreichen. Dazu trainieren sie auf dem Sportgelände der Schule eifrig, strecken und dehnen sich und kicken das runde Leder gezielt ins das Tor. In diesem Jahr richtet die Schule am Hofgarten das Landesschulsportfest aus. Erwartet werden in der Vestestadt circa 240 Mädchen und Jungen mit 100 Betreuern aus ganz Bayern.

Nico, Valentin und Simon gehören zu den 18 Teilnehmern aus dem Coburger Schulförderzentrum, das sich seit dem vergangenen Jahr am Max-Böhme-Ring befindet. Die drei jungen Männer sind Tagesschüler und kommen aus Frohnlach, dem Sonnefelder Gemeindeteil Bieberbach und aus Bamberg. Sie spielen in der Fußballmannschaft der Schule, aber auch in der Freizeit kicken sie. "Ich trainiere auch in der inklusiven Fußballmannschaft, dem FC FED Ole", berichtet Nico, während er sich eine kleine Trainingspause gönnt.


Höhere Ziele gesteckt

Der 16-jährige Simon hat sich schon des öfteren für das Landesschulsportfest qualifiziert. Im vergangenen Jahr, sagt er, habe seine Mannschaft den achten von insgesamt zwölf Plätzen belegt. Diesmal soll es aber besser werden: "Das Hauptziel ist der vierte oder fünfte Platz." Dabei tritt die Coburger Mannschaft gegen Teilnehmer aus ganz Bayern an.

Die große Zahl von 340 Gästen bedeute vor allem einen immensen logistischen Aufwand, sagt der stellvertretende Schulleiter Holger Behr. Die Gäste aus 17 bayerischen Förderzentren für körperliche und motorische Entwicklung übernachten in der Schule am Hofgarten (Max-Böhme-Ring).

140 Schüler, überwiegend aus dem oberfränkischen Raum, einige aus Südthüringen und vereinzelt aus Oberfranken, werden in dem Coburger Förderzentrum beschult; 32 besuchen das Internat in der Leopoldstraße. Die Kinder und Jugendlichen sind unterschiedlich schwer körperbehindert und teilweise auch kognitiv eingeschränkt.

Zehn Prozent der Schüler, erklärt der Leiter der Sportabteilung Bernd Kett, dürfen am Landesschulsportfest teilnehmen. Weil Coburg dieses Jahr der Ausrichter ist, seien vier Schüler mehr gemeldet, allerdings kommen aus Coburg ausschließlich männliche Teilnehmer. "Das liegt auch daran, dass wir deutlich mehr Jungs an der Schule haben", erklärt der Schulleiter.


Kämpfe in sechs Sportarten

Die 18 Coburger Teilnehmer sind zwischen zwölf und 19 Jahre alt und werden in Schwimmen, Leichtathletik und als Team in Fußball und Rollstuhl-Boccia ihre Kräfte messen. Außerdem gibt es beim Wettbewerb noch Rollstuhl-Basketball und Elektro-Rollstuhl-Hockey. "Je nach Schwere der Behinderung werden die Schüler in Funktionsgruppen eingeteilt", erklärt Kett.

Wer die Nase vorn hat beim bayernweiten Turnier in den Sportarten Leichtathletik, Schwimmen und Rollstuhlbasketball, qualifiziert sich für das Bundesfinale "Jugend trainiert für Paralympics" in Berlin.
Während auf dem Hartplatz die Jungen den gezielten Schuss auf die Torwand üben, testen in der Halle einige Schüler ihr Geschick im Rollstuhl-Boccia. Die Schüler, sagt Holger Behr, würden wirklich eine Höchstleistung erbringen. "Es ist keine Larifari-Veranstaltung", ergänzt Kett, "es ist Spannung pur." Nico, Valentin und Simon sehen dem zwar momentan noch gelassen entgegen. "Das kann sich aber noch ändern", sagt Nico und kickt den Ball.

Möglich sei diese Austragung nur durch die Unterstützung der Stadt Coburg, betonten Behr und Kett.

Der Ablauf des Sportfests

Mittwoch 13.Juli
13.30 Uhr Eröffnung
14 Uhr bis 16 Uhr: Sportwettkämpfe (Dr.Stocke-Stadion) und Schwimmwettkämpfe
16 Uhr bis 18 Uhr: Mannschaftswettbewerbe, Fußball, Rollstuhlbasketball, E-Hockey (Dr.Stocke-Stadion) und Boccia (Schule am Hofgarten)

Donnerstag 14.Juli
8 Uhr bis 10.30 Uhr Sportwettkämpfe und Schwimmwettkämpfe
10.30 Uhr Fortsetzung Mannschaftswettkämpfe
13 Uhr Siegerehrung und Abschlussfeier

Bei Dauerregen werden die Wettkämpfe, Eröffnung und Abschlussfeier in die HUK Arena verlegt.