Kräftig gestutzt hat die Kronacher Servicestelle des staatlichen Bauamtes Bamberg jetzt den Zeitplan für die Neugestaltung der Füllbachbrücke an der Bundesstraße 303. Sollten die Arbeiten ursprünglich bis weit in den Herbst hinein gehen, so könnte nach dem jetzigen Stand der Dinge bereits im Sommer Schluss sein. "Am 26. Mai beginnt die heiße Phase", kündigte Günter Engelhardt vom staatlichen Bauamt bei einem Pressegespräch an.

"Heiße Phase" heißt im Falle der B 303: Vollsperrung! Sechs Wochen lang wird der Verkehr in der Zeit nach Pfingsten dann weiträumig umgeleitet, nach Roth am Forst kommen in dieser Zeit nur noch die Einheimischen und die Linienbusse. "Alle anderen haben da nichts zu suchen", betonte Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG), der in diesem Punkt die Unterstützung durch Kontrollen der Coburger Polizei signalisiert bekommen hat.

Sechs Wochen geht gar nichts

Dass jetzt der Zeitplan für das 2,5-Millionen-Euro-Projekt - auch auf Vorschlag der beauftragten Baufirma - gewaltig eingedampft wurde, bezeichnete Günter Engelhardt als "anspruchsvolle" Aufgabe. Er sei aber zuversichtlich, dass die Neugestaltung des Füllbach-Durchlasses und der Neubau einer Brücke für den landwirtschaftlichen Verkehr mit sechs Wochen Vollsperrung zu schaffen sind.

Wer derzeit auf der B 303 an Grub am Forst vorbeifährt, bekommt das Ausmaß der Bauarbeiten quasi live zu sehen. Momentan laufen die Arbeiten für die Gründung der Brückenfundamente auf Höhe des Röther Betonwerkes. Auf 16 Meter langen Betonpfählen wird das Bauwerk einmal ruhen. Die Arbeiten unten am Füllbach sind inzwischen schon so weit fortgeschritten, dass der alte Geh- und Radweg seit gestern nicht mehr nutzbar ist. Günter Engelhardt weiß zwar um die Probleme, die dadurch für die Grüber und Röther Bürger entstanden sind, bittet aber um Verständnis. Spätestens ab Ende Mai, wenn die Vollsperrung gilt, dürfte es wieder möglich sein, zu Fuß oder mit dem Fahrrad sicher zwischen beiden Gemeindeteilen hin und her zu wechseln.

"Eigentlich sind es ja drei Brücken, die wir jetzt bauen", sagte Jürgen Woll, der Leiter der Kronacher Servicestelle mit Blick auf die Baupläne. Neben der neuen Brücke für den landwirtschaftlichen Verkehr wird die alte Füllbach-Brücke durch eine Art Doppel-Bauwerk ersetzt: ein Wellenstahldurchlass für den Bach, ein Wellenstahldurchlass für Fußgänger und Radfahrer - beide Röhren etwa 3,50 Meter hoch und 4,20 Meter breit. Während die Durchlässe eingebaut werden, wird der Füllbach provisorisch durch dicke Rohre (Durchmesser: 1,20 Meter) an der Baustelle vorbei geleitet.

Ebersdorf bei Coburg, Grub am Forst, Oberelldorf und schließlich Dietersdorf im kommenden Jahr - für das Staatliche Bauamt steht die Bundesstraße 303 in den kommenden beiden Jahren "total im Fokus", wie Jürgen Woll erklärt. Mindestens sechseinhalb Millionen Euro wird die Straßenbaubehörde auf den vier Baustellen investieren, was natürlich während der Bauzeit manchmal auch "massive Einschränkungen" mit sich bringen wird. Das ist auch Jürgen Woll klar, der allerdings auf die Notwendigkeit verweist, die Straßen leistungsfähig zu erhalten. 9000 Fahrzeuge, davon rund 1000 aus der Kategorie "Schwerlast" - da seien die Belastungen eben enorm.

Dreispurig? Mittelfristig vielleicht

Wenn die Baustelle bei Roth am Forst abgeschlossen ist, wird die B 303 zumindest dort zukunftsfähig sein. Das heißt: Sollte der Grüber Berg, was Servicestellenleiter Jürgen Woll "mittelfristig gesehen" gar nicht einmal ausschließen wollte, ausgebaut werden, müssen weder die Durchlässe am Füllbach als auch die neue Brücke durch neue Bauwerke ersetzt werden. Einen Termin, wann dieser seit Jahrzehnten im Raum stehende Ausbau kommen könnte, hatte Woll freilich noch nicht: "Das ist eine Frage der Finanzierung, keine Frage der Planung." Und über das Geld, da wird bei Bundesstraßen wie der 303 immer noch in München entschieden.