Meisterkurs-Konzerte können wunderbar spannende Entdeckungsreisen sein - für Interpreten wie für das Publikum.


Den angehenden jungen Künstlern bieten sie die Gelegenheit, vor Publikum ihr Können zu erproben und auf diese Weise zu testen, wie sie sich live auf dem Podium bewähren. Und für das Publikum können sie zur Begegnung mit ganz unterschiedlichen Talenten werden, die noch auf dem Weg sind, die sich vielleicht erst noch entscheiden müssen, ob sie am Ende der Ausbildung den Weg ins Orchester oder vielleicht lieber doch zum Unterrichten einschlagen wollen.


Von Mozart bis Ravel

"Haus Marteau auf Reisen" - unter diesem Motto erlebten die Besucher des jüngsten Rathaus-Konzertes in Neustadt zehn junge Künstler, die in der Musikbegegnungsstätte des Bezirks Oberfranken in Lichtenberg den Meisterkurs bei Markus Wolf besuchten. Beethoven und Fauré, Mozart und Kreisler, Brahms und Ravel - zwischen Klassik und Impressionismus demonstrierten die jungen Geigerinnen und Geiger ihr Können und stellten sich zugleich in wenigen Sätzen mit ihren persönlichen Zielen dem Publikum vor.


Mit dem Kopfsatz aus Beethovens "Frühlings-Sonate" eröffnete Marius Bigelmaier, Student an der Musikhochschule Würzburg, den Reigen - mit tragfähigem Ton, geradlinigen gestalterischen Akzenten und jederzeit präzisem, konzentriertem Spiel. Präzis und konzentriert - so präsentierten sich dann auch sämtliche weitere Teilnehmer, die sich stets auf ihren fabelhaft anpassungsfähigen und aufmerksamen Klavierpartner Julian Riem verlassen konnten.


Je nach Temperament und persönlicher Entwicklung nutzten sie dann ganz unterschiedlich den Freiraum, den ihnen Julian Riem eröffnete. Bei der Mehrzahl der Meisterkurs-Teilnehmer stand deutlich das Bestreben im Vordergrund, die jeweils gewählten Werke möglichst stilsicher und klar in den Konturen zu interpretieren.


Ausdauernder Beifall

Dennoch war immer wieder auch schon das Bestreben erkennbar, eigene Akzente zu setzen. Das galt beispielsweise für Annalena Kohde, die den Kopfsatz der ersten Violinsonate von Gabriele Fauré ebenso expressiv gestaltete wie Leonie Flaksman den ersten Satz der zweiten Violinsonate von Maurice Ravel.


Das einzige Solostück des Abends hatte sich ausgerechnet die jüngste Meisterkurs-Teilnehmerin vorgenommen - Annabel Nolte aus Bayreuth, die kurz vor dem Beginn ihres Studium an der Musikhochschule Würzburg steht und Fritz Kreisler Recitativo und Scherzo-Caprice selbstbewusst und technisch sicher meisterte.
Der Dank des aufmerksamen Publikums für alle Teilnehmer war bemerkenswert ausdauernder Beifall.