Unglaublich, aber manchmal tatsächlich wahr: Mitten unter uns finden immer wieder Ereignisse statt, für die es wohl nur eine Erklärung gibt: Spuk! Schreie gequälter Seelen, die aus alten Villen hallen. Einsame Landstraßen, auf denen Tote umherirren. Die Fernsehserie "Haunted - Seelen ohne Frieden" berichtet von übernatürlichen Ereignissen, die sich im deutschsprachigen Raum zugetragen haben. Vielleicht demnächst auch aus Coburg. Verlassene Verließe, geschichtsträchtige Gruften, eine stattliche Burg, unterirdische Gänge, sagenumwogene Schlösser: Coburg und sein Umland scheinen prädestiniert für solche Geistergeschichten zu sein.


Augenzeugen vor der Kamera

Genau darauf hofft die gebürtige Coburgerin Iris Mayerhofer. Die Geschäftsführerin der Produktionsfirma Odeon Entertainment GmbH (München) sucht Menschen aus der Region, die vor der Kamera von ihren Begegnungen mit Gespenstern oder anderen übernatürlichen Erfahrungen berichten. Mayerhofer und ihr Team arbeiten an Staffel zwei der Mystery-Serie "Haunted - Seelen ohne Frieden".

In Staffel eins ließen die Augenzeugen beziehungsweise Opfer keinen Zweifel daran, dass alles, was ihnen widerfahren ist, wirklich so passierte. In sechs Episoden, die an den Originalschauplätzen gedreht wurden, berichten Betroffene von schrecklichen Begegnungen, die ihr Leben für immer verändert haben. Die ersten sechs Folgen wurden im Free-TV auf TLC Deutschland (der Frauensender der Discovery-Gruppe) seit 20. Mai jeweils freitags im Abendprogramm ausgestrahlt.Und der Zuspruch durch die Zuschauer sei so groß gewesen, dass für die neue Staffel sogar acht Folgen vorgesehen sind, sagt Iris Mayerhofer.


Übersinnliche Kräfte?

In jeder Folge bekommt der Zuschauer zwei oder drei Gruselgeschichten präsentiert - und das von überaus prominenter Seite: Die Sendungen moderiert der Schauspieler Sky du Mont. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, aber in jedem Fall wird die Staffel zwei im Frühjahr 2017 starten. Ob dann "Fälle" aus dem Coburger Raum dabei sind, die Iris Mayerhofer auf die einzelnen Folgen verteilen würde, hängt von den übersinnlichen Erlebnissen der Coburger und ihrer Bereitschaft ab, darüber öffentlich zu berichten.

Da die Mystery-Serie stets explizit erwähnt, wo sich die betreffende Geschichte abgespielt haben soll, würde also ein breites Publikum erfahren, wo es in der Region angeblich spukt oder gespukt hat. Iris Mayerhofer, die ihre journalistische und Medienkarriere als freie Mitarbeiterin beim Coburger Tageblatt begann (und damals noch Stelzner hieß), legt großen Wert auf die Feststellung, dass die Beiträge für "Seelen ohne Frieden" sorgfältig recherchiert werden. Odeon Entertainment versuche, soweit das eben möglich sei, für jeden Beitrag mehr als nur einen Spukzeugen zu finden. "Wenn es nur einen Zeugen gibt, dann hinterfragen wir die Geschichte sehr genau. Wir klopfen historische Hintergründe und Vorgeschichten ab" - was aber nicht bei allen Spukarten gehe. In jedem Falle müssten ihre Spukzeugen nach bestem Wissen und Gewissen versichern, dass sie den Vorfall wirklich genau so wie berichtet, erlebt haben. "Wenn wir das Gefühl haben, dass jemand eine Geschichte frei erfunden hat, dann nehmen wir sie nicht", erklärt die 49-Jährige. Es gehe bei "Haunted" seriös zu, "für alles andere würde sich Sky du Mont niemals hergeben."


Humbug oder Wahrheit?

Immerhin führte der Schauspieler durch Folgen, in denen Krankenschwestern in einem Berliner Hospital von den Seelen Verstorbener berichten, die durch die Nachtschicht spuken oder von dem schockierenden Erlebnis eines Neunjährigen, dem im Schlosshof ein kopfloser Ritter begegnet sein soll. Das alles klingt nach starkem Tobak, und Iris Mayerhofer weiß genau, dass die Geistergeschichten für manchen Zeitgenossen reiner Humbug sind. Was ihr die Spukzeugen berichten, das habe sie aber schon sehr beeindruckt - "und ich würde das niemals alles als Hirngespinst abtun." Sie glaube, dass es viel mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gebe als der Mensch sich gemein vorstellen könne.

Die Coburgerin selbst hat wie sie sagt noch keine übersinnlichen Erfahrungen gemacht. "Das ist wohl auch besser so. Ich würde mich bestimmt so erschrecken, dass es mich ein Leben lang verfolgen würde."
Der Mensch suche für alles eine logische Erklärung. "Vielleicht muss man manchmal einfach akzeptieren, dass es einen kleinen Rest an Dingen gibt, die sich eben nicht erklären lassen", heißt es im Prolog zu Folge 1 in Staffel 1.

Für Coburger, die sich diesbezüglich outen wollen, gilt, dass sie nicht von den Erfahrungen Dritter berichten dürfen, sondern das Unerklärliche selbst erlebt haben müssen, was aber schon vor vielen Jahren geschehen sein darf. Dass der Erzähler anonym bleibe, komme nicht in Frage, "da wir die Spukzeugen ja in der Sendung vor der Kamera brauchen - und so vermeiden, dass sich jemand die Geschichte einfach ausdenkt."


Wer kann eine Geschichte erzählen?

Anfragen Wer sich mit seinem übersinnlichen Erlebnis an die "Haunted"-Produktionsfirma wenden möchte, kann dies wie folgt tun: Per Email: haunted@odeon-entertainment.de;
Per Post: Odeon Entertainment GmbH, Kennwort "Haunted", Hofmannstraße 25-27, 81379 München; Per Telefon: 089/64958196 .

Hintergrund Iris Mayerhofer wurde 1967 als Iris Stelzner in Coburg geboren. Nach einem Praktikum beim Tageblatt und einem zweijährigen Volontariat beim Hassfurter Tagblatt studierte sie Neuere Geschichte. 1994 ging sie als Redakteurin zu "Arabella" bei ProSieben. 1996 übernahm sie die Redaktionsleitung der Talk-Sendung und im Juni 1998 die Leitung des gesamten Talk-Bereichs. Ende 2003 wechselte sie als Unterhaltungschefin zu Kabel Eins. 2007 wechselte Iris Mayerhofer zu Endemol Deutschland. Dort übernahm sie 2009 zusätzlich den Aufbau sowie die Leitung des Münchener Büros. Ab 2011 verantwortete sie zusätzlich den Bereich Reality.