Auch wenn die geordnete Aufnahme und Registrierung von Flüchtlingen aktuell im Fokus stehen, so müssen bereits jetzt Maßnahmen zur Vorbereitung der beruflichen Integration unternommen werden. In Oberfranken sind aktuell 9068 Flüchtlinge untergebracht, davon sind 1021 unbegleitete Minderjährige. In Stadt und Landkreis Coburg befinden sich 1081 Flüchtlinge, davon 169 unbegleitete Flüchtlinge in Einrichtungen der Jugendhilfe.

Auf Initiative der Handwerkskammer für Oberfranken und der IHK zu Coburg haben diese Woche die Stadt Coburg, der Landkreis Coburg, die HWK für Oberfranken und die IHK zu Coburg eine "Vereinbarung zur Integration von Flüchtlingen in berufliche Ausbildung und in den Arbeitsmarkt" in der Regimentsstube des Coburger Rathauses unterzeichnet. Ziel ist es, Beschäftigungsperspektiven für junge Flüchtlinge ohne sicheren Aufenthaltsstatus zu erschließen und vom Ermessensspielraum, den das deutsche Ausländerrecht den Behörden zugesteht, Gebrauch zu machen und somit zusätzliche Rechtssicherheit für Betriebe und Flüchtlinge zu schaffen.


Ausbildung = Duldung

Die beste Grundlage für eine gelingende Integration ist die zügige Aufnahme einer Beschäftigung oder einer Ausbildung. Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung verpflichten sich die Ausländerbehörden von Stadt und Landkreis Coburg, grundsätzlich jungen Asylbewerbern eine Duldung auch ohne Aufenthaltsstatus auszusprechen, wenn sie eine Ausbildung beginnen oder begonnen haben. Außerdem ist in der Vereinbarung festgesetzt, dass Flüchtlinge auch nach Beendigung einer Ausbildung eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, sofern sie eine Beschäftigung im erlernten Beruf aufnehmen. Die Rechtssicherheit für Flüchtlinge und die ausbildenden Betriebe spielt hierbei eine große Rolle.

Wenn ein Betrieb bereit ist, einen Flüchtling auszubilden, muss er auch die Sicherheit haben, dass der Flüchtling einerseits die in der Regel dreijährige Ausbildung ordnungsgemäß durchlaufen kann und andererseits auch nach der Ausbildung grundsätzlich im erlernten Beruf weiter beschäftigt werden darf. Die unterzeichnete Erklärung nutze den Ermessensspielraum des Ausländerrechts aus und schafft so für Betriebe wie Flüchtlinge die bestmögliche Perspektive für eine rasche Integration, so heißt es in einer Mitteilung der Handwerkskammer.
"Die Unterzeichnung der Vereinbarung zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist daher ein wichtiges Signal, welches Stadt, Landkreis, HWK und IHK gemeinsam setzen und so jungen Flüchtlingen ohne sicheren Aufenthaltsstatus eine berufliche Perspektive bieten", so die beteiligten Partner.