Die Organisatoren kündigen für dieses Jahr einige Neuerungen an: Der Umzug am Sonntag nimmt einen neuen Weg, es gibt Schließfächer für kleine und große Wertsachen. Beim Programm gilt weiterhin: Klasse statt Masse.

Die Mohrenstraße wird in diesem Jahr am Samba-Sonntag ziemlich still und leer bleiben: Der große Umzug, Höhepunkt des 26. Samba-Festivals vom 14. bis 16. Juli, startet diesmal am Ketschentor. Die Gruppen werden sich in der Ketschendorfer Straße aufstellen, was aus Sicht der Veranstalter auch organisatorische Vorteile hat: "Wir können leichter mit Getränken versorgen, es gibt schattige Bereiche, und öffentliche Toiletten sind auch in der Nähe", sagt Rolf Beyersdorf vom Veranstalter Sambaco.

Vom Ketschendorfer Tor bewegt sich der Zug zum Marktplatz und von dort durch die Herrngasse zum Schlossplatz. Die Spitalgasse liegt nicht auf der Zugstrecke, um auch den dortigen Standbetreibern die Chance zu geben, etwas zu verkaufen, wie Andi Ebert, der Sambaco-Pressesprecher sagt. Denn oft drängten sich die Schaulustigen schon am Vormittag zwischen den Ständen, so dass für Kauflustige kaum mehr Platz blieb.

Was die Sicherheit angeht, setzt Sambaco auf das seit Jahren bewährte Konzept der engen Absprache mit allen Beteiligten. Freilich werden auch in Coburg die Regeln strenger: Große Taschen oder Rucksäcke dürfen nicht mehr mit aufs Festivalgelände gebracht werden. "Richtgröße ist ein A-4-Blatt", sagt Andi Ebert. Damit jeder seine Taschen, Motorradkombis oder Helme sicher verstauen kann, wird an der Angersporthalle ein Schließfach-Container aufgestellt. Dann stehen dort rund 850 abschließbare Fächer in verschiedenen Größen zur Verfügung, die sogar über Stromanschluss fürs Handy-Aufladen verfügen und vorab gebucht werden können. Der normale Samba-Besucher brauche nämlich nur "Geldbeutel und Sonnenbrille", sagt Andi Ebert. Auch der Sicherheitsdienst wird aufgestockt; die Polizei habe angekündigt, mit ausreichend vielen Kräften vor Ort zu sein,berichtet Ebert.

Erstmals wird nicht nur die Samba-Königin aus Rio des Janeiro beimUmzug mitlaufen, sondern der gesamte Königshof, wenn man so will: König, Königin und zwei Prinzessinnen. "Sie waren noch nie in Deutschland", sagt Nini Beyersdorf. Coburg genieße in der wahren Hauptstadt des Samba inzwischen einen guten Ruf. "Es ist für die Tänzer in Rio ein Muss, hierher zu kommen." Außerdem sponsort die Stadt Rio de Janeiro die Reise einer Gruppe nach Coburg.

Das Programm soll vielen vieles bieten - und deshalb gibt es nicht nur Samba batucada, wo hauptsächlich getrommelt wird, sondern auch andere Töne: Die deutsch-brasilianische Sängerin Bê Ignacio hat poppigere Klänge im Programm. (Samstag, 23 Uhr, Schlossplatz). Produziert wird sie übrigens von Xavier Naidoo. Laut wird es dagegen vermutlich am Freitagabend: Dann lassen die Jungs von Power!Percussion die Drumsticks fliegen - unter anderem über Aluleitern.

Fürs junge Publikum wurde Shirin David engagiert, bekannt als Jurorin bei DSDS und Bloggerin. Sie wird am Freitag um 18.30 Uhr erst eine Autogrammstunde geben und um 20 Uhr auf dem Schlossplatz das Festival eröffnen.

Neben den Hauptbühnen auf Schloss-, Markt- und Albertsplatz sowie am Prinzengarten gibt es wie jedes Jahr kleinere Spielflächen im gesamten Innenstadtbereich, wo am Freitag und Samstag bis nach Mitternacht Programm angeboten wird. Am Sonntag werden nur noch die Hauptbühnen bespielt. Im Kongresshaus finden wie gewohnt die Tanzwettbewerbe statt; Kongresshaus und Angersporthalle sind Schauplatz der Tanz- und Trommelworkshops, die von hochkarätigen Künstlern geleitet werden, wie Nini und Rolf Beyersdorf versichern. Insgesamt über 3000 Teilnehmer von 100 Sambagruppen wollen an diesem Wochenende untergebracht und verpflegt werden. Keine einfach Aufgabe, wie der dafür zuständige Christof Pilarzyk einräumt. "Aber am Ende hat jeder seinen Schlafplatz."

Eine Gruppe reist gar aus Neuseeland an, aus "Tropicana" aus Moskau kommt mit 25 Tänzerinnen, die Quastenflosser aus der Schweiz gehören zu den Stammgästen. Es würden sich weit mehr Gruppen um die Teilnahme bewerben, sagt Pilarzyk. "Coburg ist bei Samba das Maß der Dinge in Europa."