Der Stadtrat legt dem möglichen Zehn-Megawatt-Solarpark bei Rothenberg keine Hindernisse in den Weg: Einstimmig beschloss er, den Flächennutzungsplan für die fraglichen Areale entsprechend zu ändern. Vorher musste der Stadtrat aber entscheiden, wo der zweite Teil des geplanten Solarparks entstehen soll. Denn die ursprünglich vorgesehene Fläche gibt deren Eigentümer nun doch nicht mehr her.



Die Firma IBC Solar (Staffelstein) wollte nördlich der Flurstraße zwischen Rothenberg und Hattersdorf auf einer zusammenhängenden Fläche den Solarpark errichten. Der westliche Teil dieser Fläche (näher an Rothenberg gelegen) bleibt ihr - aber der zweite Teil soll nun in der Nähe des Umspannwerks entstehen. Die Nähe zum Umspannwerk ist ohnehin der entscheidende Faktor dafür, dass IBC Solar in diesem Bereich Photovoltaikmodule zur Stromerzeugung aufstellen will: Damit können die Erzeugungskosten niedrig gehalten werden.


Und auf die kommt es an, denn gebaut wird der Park am Ende nur, wenn die Bundesnetzagentur dem Staffelsteiner Unternehmen den Zuschlag erteilt. Dafür muss IBC einen niedrigen Strompreis bieten. Projektleiter Oliver Partheymüller hatte die Bedingungen dem Stadtrat schon in der Juni-Sitzung erläutert. Damals hatten die Mitglieder die Entscheidung vertagt, weil sie sich erst vergewissern wollten, dass von einer solch großen Anlage auch wirklich keine Störgeräusche ausgehen.


Der Flächennutzungsplan soll nur für die fraglichen Flächen geändert werden und auch nur dann, wenn deren Eigentümer auch tatsächlich die Gestattungsverträge mit IBC Solar unterzeichnen. Darauf wies Bürgermeister Martin Mittag (CSU) mehrmals hin. Das Unternehmen will die Flächen für 30 Jahre pachten. Neben dem Bereich am Umspannwerk waren IBC Solar noch zwei weitere, etwa neun Hektar große Areale angeboten worden - einer relativ nah bei Rothenberg, ein weiterer nahe der Ortsverbindungsstraße nach Seßlach. Für die Fläche am Umspannwerk sprach aber aus Sicht der Ratsmitglieder auch, dass es sich dabei um eine ehemalige Erddeponie mit eher minderwertigen Ackerböden handelt.

Mehr Kredit gibt's nicht

Der Haushalt 2015 nimmt eine zufriedenstellende Entwicklung. Wenn es so weitergeht, hat die Stadt am Ende des Haushaltsjahres sogar etwas mehr Geld eingenommen und weniger ausgegeben als geplant. Das dürfte sich vor allem auf die Neuverschuldung auswirken. 464 600 Euro wollte Seßlach in diesem Jahr an Kredit aufnehmen, um die Investitionen zu finanzieren. Nun könnten es 28 700 Euro weniger werden, "wenn alle Haushaltsansätze eingehalten werden", wie Kämmerer Hans Vogt betonte.


Spielraum verschafft dies der Stadt nicht, denn eine höhere Nettokreditaufnahme hat ihr die Rechtsaufsicht untersagt, und die genehmigten Kredite sind an die jeweiligen Investitionen gebunden. Wenn nun, wie vom Bauhof gewünscht, ein neues Multifunktionsfahrzeug (Holder) angeschafft werden soll, dann müssten die dafür erforderlichen 81 000 Euro im Vermögenshaushalt eingespart oder frei werden, sagte Vogt.


Die Chance dafür besteht: Für den Ausbau der Kreisstraße CO 16 im Siedlungsbereich von Oberelldorf sind im städtischen Haushalt aktuell 172 000 Euro vorgesehen. Die werden aber in diesem Jahr nicht mehr gebraucht, da der Straßenbau erst im August beginnt (bis November) und voraussichtlich im nächsten Jahr abgerechnet werde, sagte Vogt.