"Die Arbeit im Gemeinderat ist oft nicht einfach. Manchmal sogar mühsam. Der Bürgermeister ist nach wie vor ungenügend auf die Sitzungen vorbereitet", kritisierte die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Niederfüllbach, Erika Krauß, bei ihrem Bericht aus dem Gemeinderat anlässlich der Hauptversammlung. Er verschleppe und boykottiere Punkte, die nicht seinen Willen entsprächen. Die besten Ansätze spare er kaputt, dies komme die Gemeinde oft teuer zu stehen, sagte Erika Krauß.

Dass mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses dieses Jahr noch begonnen werde, daran glaube sie nicht. Denn auch hier sei das Gemeindeoberhaupt nicht bereit, unliebsame Beschlüsse umzusetzen. Dabei bestehe Handlungsbedarf, denn im alten Feuerwehrhaus, das sich ganz in der Nähe des Parks am Füllbach befindet, seien bereits große Risse aufgetreten und es lösten sich bereits Steine.


Sparen, sparen, sparen

Dann nahm sich die Gemeinderätin das Städtebauprogramm vor. Man hätte sich vom Planungsbüro mehr zündende Ideen gewünscht, sagte Krauß. Ein weiteres Thema in ihrem Vortrag war die Brücke am Beckenhaus, wo der Bürgermeister ein altes Brückengeländer aus Roth verwenden wollte. Im punkto ICE-Brücke werde versucht, die Kosten so gering wie möglich zu halten.

Der SPD-Ortsverein Niederfüllbach gehörte vor einigen Jahren mit 140 Mitgliedern zu einem der stärksten im Landkreis. Jetzt ist der Stand auf 42 Mitglieder abgesunken. Trotz umfangreicher Bemühungen sei es nicht gelungen, neue, junge Mitglieder zu werben, bedauerte Krauß. Man habe einen Altersdurchschnitt von 63 Jahren. "Das betrübt mich sehr. Wo führt dies noch hin? " Diese Frage stellte die Vorsitzende der Versammlung. Außer dem amtierenden Vorstand sei niemand bereit, Verantwortung zu übernehmen.


Aschenbrenner will als Beispiel für ihre Generation vorangehen

Die 30-jährige Doris Aschenbrenner stellte sich als Kandidatin für den SPD Unterbezirk vor. Sie ist eine Absolventin des Arnold-Gymnasiums, in Mönchröden aufgewachsen und hat in Würzburg Informatik studiert. Sie wolle den jungen Leuten zeigen, die wie sie in der Region groß geworden sind, dass man wieder zurückkommen und die Region mit verändern könne.

Der SPD-Kreisvorsitzende Carsten Höllein ehrte zusammen mit der Vorsitzenden Erika Krauß, der Landtagsabgeordneten Susann Biedefeld und Doris Aschenbrenner langjährige Mitglieder: für 25 Jahre Klaus Eske, Renate Eske, Elfriede Karasch und Hildegard Öhrlein, für 40 Jahre Walter Esch, Siegfried Kirchner und Werner Päckert sowie für 45 Jahre Roland Trapp.