Eigentlich ist diese Geschichte viel zu schön, um wahr zu sein. Doch einen zauberhaften Abend lang muss die Logik schweigen, einen Abend lang darf das Coburger Publikum zumindest davon träumen, dass diese Geschichte vielleicht doch wahr wird.

Ein junges Mädchen, das am Weihnachtsabend einen hölzernen Nussknacker in ihren Märchenprinzen verwandelt und sich im Kampf gegen das Böse mit der unerschrockenen Kraft der Liebe behauptet - in Tschaikowskys "Nussknacker" ist das melodienselige Happyend garantiert.


Ungeniert altmodisch im Gestus, aber zauberhaft schön in der Darbietung - so bringen das Corps de Ballet und Solisten des Russischen Statstheaters für Oper und Ballett Komi den getanzten Klassiker auf die eigentlich fast ein wenig kleine Bühne des Kongresshauses.


Rigorose Präzision

Reichlich Spitzentanz und prächtige, farbenfrohe Kostüme ergänzen sich mit präziser Eleganz. Die choreografische Einstudierung von Maria Bolshakova greift zurück auf die Uraufführungs-Choreografie von Marius Petipa und Lew Iwanow und bietet den Zuschauern die typischen Attribute russischer Ballett-Kunst.


Rigorose Präzision lässt die Massenszenen sogar unter den sicher nicht einfachen Bedingungen einer Tournee-Produktion zu bestens harmonierenden Bildern werden. Wer von der Aufführung eines Ballett-Klassikers nicht unbedingt neue Akzente, sondern einen möglichst hohen Wiedererkennungswert erwartet, ist bei diesem gut besuchten Gastspiel am richtigen Ort.


Scheinbar völlig mühelos schnurrt die Folge der populären Tänze des zweiten Aktes ab. Vor allem aber garantieren souveräne Solisten mit ihrer Ausstrahlung, dass die Figuren Leben gewinnen auf der Bühne.


Reichlich Szenenapplaus

Dafür gibt es vom beifallsfreudig gestimmten Publikum reichlich Szenenapplaus. Roman Mironov als Onkel Drosselmeier zieht die Zuschauer ebenso in Bann wie Subudai Kyrgys in der titelrolle als Nussknacker und Rinat Bikmuchametov, der als Prinz als dem Bilderbuch daher kommt.

Und Tatiana Bikmuchametova als Marie verzaubert die Coburger Ballett-Fans mit scheinbar schwereloser Eleganz. Heftiger Schlussbeifall.


Rund um das "Nussknacker"-Gastspiel


Das Ballett "Nussknacker", uraufgeführt 1892, zählt zu den großen Ballettwerken, für die Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, seine unsterbliche Musik geschrieben hat. Gemeinsam ist den Zuschauern aller Generationen aber die Freude an der ausdrucksvollen Sprache des klassischen Tanzes, der in höchster Perfektion die Gefühle der Helden dieses Weihnachtsmärchens widerspiegelt.

Als literarische Grundlage zur Entstehung des Balletts diente das Märchen des deutschen Schriftstellers E.T.A. Hoffmann "der Nussknacker und der Mäusekönig", das 1816 erstmals veröffentlicht wurde.

Termin Ballett-Gastspiel "Der Nussknacker", Sonntag, 25. Dezember, 18 Uhr, Bamberg, Koseph-Keilberth-Saal der sinfonie an der Regnitz, Karten-Vorverkauf: Tageblatt-Geschäftsstelle