Rossach — Optimismus - das ist das, was ein echter Club-Fan wie Günther Kunkel immer braucht. Vor 30 Jahren hat er den Fan-Club "Rossach und Umgebung" aus einem Stammtisch heraus mitgegründet. Seine Liebe zum "Club" ist aber noch viel älter. Schon seit seiner Schulzeit ist Kunkel Fan des 1. FCN. "Ein echter Clubfan macht alle Höhen und Tiefen seines Vereins mit", sagt Kunkel.
Viele Abstiege - einmal sogar bis in die dritte Liga, dem absoluten Tiefpunkt für den FCN - haben die Rossacher miterleben müssen, aber immerhin dadurch auch viele Aufstiege miterlebt. Was bleibt hängen? Gerne erinnert sich Kunkel an ein Spiel in den 90-er Jahren in Nürnberg gegen St. Pauli, das 5:3 ausging, oder an ein Spiel in Berlin, das der Club mit 5:1 gewann. Noch heute ärgern ihn folgenschwere Fehlentscheidungen, wie in einem Spiel gegen Bielefeld, als der Schiedsrichter ein völlig irreguläres Tor anerkannte. Ein Tor, das dem Verein letztlich den Klassenerhalt kostete.
Natürlich lockt auch die Geselligkeit im Fanclub. "Wir unternehmen viel, wir fahren nicht nur nach Nürnberg ins Stadion", sagt das Gründungsmitglied. Außerdem treffen sich die Rossacher zum Stammtisch - klar, dass dabei der FCN Thema Nummer Eins ist. Viel zu verdanken habe der Verein dem früheren Vorsitzenden Karl Schultheiß, der viele namhafte Spieler und Trainer (wie Dieter Eckstein, Thomas Brunner und Jörg Dittwar) nach Rossach in seine "Hausbar" geholt habe. "Spieler zum Anfassen" habe man dabei erlebt und manch Information aus erster Hand erfahren.

Hlousek fühlt sich wohl

Zum Jubiläum - das unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Udo Siegel (CSU) auf dem Dorfplatz gefeiert wurde - bekamen die Rossacher "hohen Besuch": Adam Hlousek, der beim 1. FCN die Rückennummer 23 trägt, war unter den Gästen. " Ich fühle mich in Nürnberg sehr wohl", sagte der Tscheche, den im vergangenen Jahr das Verletzungspech arg beutelte. Hlousek erfüllte gerne die zahlreichen Autogrammwünsche der Fans. Für Fragen der Fans standen auch Klaus Schramm (Vorsitzender des Aufsichtsrates) sowie die Fan-Betreuer Jürgen Bergmann und Carl Teplitzky zur Verfügung.
Udo Siegel erinnerte daran, dass der Fanclub nicht nur die "Faszination Fußball" lebe, sondern auch viel für die Dorfgemeinschaft leiste. "Viele Höhnen und Tiefen haben die Clubfreunde miterlebt", sagte der Bürgermeister. Und er wusste auch: "Ein wahrer Clubfreund gibt niemals auf."

Auch im Dorf engagiert

Beim Vortrag von Schriftführerin Margitta Fischer wurde deutlich, dass die Clubfreunde ein großes Herz für Kinder haben. So wurden zahlreiche Benefizspiele zu Gunsten der Fußballschüler des TSV Rossach und des Kindergartens Großheirath veranstaltet. Ein Lob von Fischer gab es für den amtierenden Vorsitzenden Hans Dieter Lieb, der die Arbeit von Karl Schultheiß würdig fortsetzte.
"Wir sind sehr stolz auf unsere Fan-Clubs", betonte Klaus Schramm, der Vorsitzende des Aufsichtsrates des FCN. In der kommenden Saison habe man das Ziel, sich in der Liga zu halten und langsam, aber stetig, zu wachsen. "Für schnelles Wachstum verfügt der 1. FC Nürnberg nicht über die nötigen Mittel", betonte Schramm. Er verwies aber mit Stolz darauf, dass der Verein schuldenfrei sei. Mit der Mannschaft und der Arbeit des Trainers Michael Wiesinger sei die Vereinsführung zufrieden: "Die Entscheidung, auf die eigenen Leute zu setzten, war richtig." Die Vorsitzende des Fan-Verbandes, Claudia Marsching, überreichte den Rossachern einen Spielball mit den Original-Autogrammen aller Spieler.
Fanbetreuer Carl Teplitzky lobte die Kameradschaft aller FCN-Fanclubs. Dazu gehöre es auch, Hochwassergeschädigte Clubmitglieder zu unterstützen. Mit Werbeaktionen will der FCN schon bald die Marke von 15 000 Mitgliedern knacken. mst