Die Initiative Rodachtal möchte ihr Aktionsgebiet zur Modellregion für Naturtourismus erheben und hat sich an einem entsprechenden Wettbewerb beteiligt, der von den beiden Staatsministerien für Wirtschaft und Umwelt ausgeschrieben wurde. Fördermittel in Höhe von 70 000 Euro winken der Gewinnerregion, die allerdings selbst 20 Prozent zu allen geförderten Projekten beisteuern muss.
Ein ehrgeiziges Unterfangen der Initiative, denn nur drei Regionen werden am Ende als Preisträger in den Genuss der Gelder kommen. Doch allein von der Teilnahme profitiert die Initiative aus zehn Städten und Gemeinden im Rodachtal und darüber hinaus. "Mit der Teilnahme soll das Bewusstsein für unsere grenzübergreifende Region am Naturschutzgroßprojekt Grünes Band gestärkt werden", erklärt Christin Zander vom Regionalmanagement der Initiative.
Im Zuge der Teilnahme an dieser Ausschreibung wird ein Impuls gegeben, die bestehenden naturtouristischen Angebote der Region stärker zu vernetzen und so die daraus erzielbare Wertschöpfung zu erhöhen, ist sie überzeugt. Sichtbare Angebote aus diesem Engagement werden beispielsweise die Entwicklung von Naturerlebnisstationen, Geocaching-Angebote am Grünen Band, Wellness am Grünen Band oder - mit Blick auf die Genussregion - kulinarische Angebote wie "Von der Weide auf den Teller" sein. "Das richtet sich natürlich auch an die Menschen aus der Region selbst, das sind ja auch unsere Gäste", betont Christin Zander.


Die gesamte Region im Blick

Die Initiative blickt bei allen Bemühungen auch über ihre eigenen Gebietsgrenzen hinaus. "Es ist uns wichtig, dass wir in die Tourismusentwicklung der Region investieren", sagt Ahorns Bürgermeister Martin Finzel, der gleichzeitig Vorsitzender der Initiative Rodachtal ist. 120 000 Euro nehme die Initiative dafür in diesem Jahr in die Hand. Geld, von dem nicht nur die an der Initiative beteiligten Städte und Gemeinden profitieren. Finzel sieht die Initiative immer im Verbund mit Partnern wie dem Tourismusverbund Coburg-Rennsteig, der Therme Natur in Bad Rodach, dem Zweiländermuseum in Streufdorf und anderen. Über dieses Netzwerk werben die beteiligten Partner immer auch für den jeweils anderen, wenn sie etwa auf Tourismusbörsen oder Messen Präsenz zeigen. So etwa auf dem Deutschen Wandertag in Eisenach oder bei der Landesgartenschau in Apolda.
Um Touristen ebenso wie Einheimische auf Angebote im Rodachtal aufmerksam zu machen, ist eine Erlebniskarte in Arbeit. Schon vorliegend ist ein Führer "Orte der Reformation rund um das Rodachtal", mit dem das Thema Reformation und Wegpunkte Martin Luthers in der Gegend den Besuchern ans Herz gelegt werden. Der Lutherweg für Wanderer oder eine Radtour zu Drehorten des Kinofilms über Luther sollen aktive Urlauber ansprechen. Neben Luther und der Reformation ist das Mittelalter ein Dauerthema für die touristische Werbung der Initiative Rodachtal. "Diese Themen sind hier ja überall präsent", sagt Christin Zander. Gästeführer werden zu "Lutherfindern" ausgebildet, um an der Reformation interessierten Besuchern gerecht werden zu können. Das Deutsche Burgenmuseum auf der Veste Heldburg zeigt eine Sonderausstellung und Gastronomiebetriebe im Gebiet der Initiative sind gehalten, kulinarische Angebot mit Blick auf Luther zu schaffen. Dafür hat die Initiative einen Leitfaden unter dem Titel "Tafeln wie zu Luthers Zeiten" herausgegeben, der als Inspiration verstanden werden soll.


"Anwandern" am Samstag

Unabhängig von den neuen großen Themen, bleibt die Initiative ein Anbieter für Freizeitaktivisten in der Region. Gab es am vergangenen Wochenende schon das "Anradeln" folgt am Samstag, 6. Mai, nun das Anwandern. Wer dabei sein will, startet um 10 Uhr mit einer von zwei Wandergruppen am Parkplatz vor dem "Alten Brauhaus" in Hemmendorf. Ziel ist für beide Gruppen Kaltenbrunn, wo mit Musik der Ausklang stattfindet. Itzgrunds Bürgermeister Werner Thomas, der eine der beiden Gruppen führen wird, hofft, die Teilnehmerzahl des "Anradelns" zu toppen. Dort waren allerdings mehr als 100 Radler gekommen. Eine Anmeldung (unter der Telefonnummer 036871/30317) ist erwünscht, um besser planen zu können. Aber auch eine spontane Teilnahme ist möglich.


Marathon erst wieder 2018

Nach elf Runden fällt der Rodachtal Marathon in diesem Jahr erstmals aus, wie Martin Finzel informierte. Er soll neu konzipiert werden und die Vorarbeiten lassen sich heuer nicht rechtzeitig stemmen. Das neue Konzept sieht kürzere Strecken vor. "Wir haben erkannt, dass der Trend eher zum Halbmarathon und zum Familienlauf geht", so Finzel. Ein Grund ist aber auch, dass die Vorschriften für die Sicherung des grenzüberschreitenden Laufs in Thüringen verschärft wurden, was die Organisatoren zur Umplanung zwingt.