"Es war schon eine Herausforderung für die Arbeiter, die Straße immer in einem befahrbaren Zustand zu halten", nennt Hans-Joachim Knauer vom Tiefbauamt des Landkreises einen der Gründe, warum sich der Landkreis entschlossen hat, die CO 3 zwischen Bad Rodach und Roßfeld jetzt, in Zeiten knapper Mittel, auszubauen.

Der Ausbau der Verbindung liegt rund 30 Jahre zurück. Damals reichte eine bescheidene Tragschicht auf 5,20 Metern Breite aus. Die Verkehrsbelastung im ruhigen grenznahen Raum war gering und die Landmaschinen viel kleiner als heute.

Mit der Grenzöffnung änderte sich das Bild. "Die Roßfelder wurden regelrecht überrollt", sagt Bad Rodachs Bürgermeister Gerold Strobel (FW). Die Bankette wurden ständig zum Ausweichen genutzt und ausgefahren, mussten also laufend ausgebessert werden. Begegnungsverkehr zwischen Lkw oder Landmaschinen war kaum noch möglich.

Gleichzeitig entwickelte sich ein zunehmender Pendlerverkehr aus dem nahen Thüringen zu den Arbeitsstätten in Bad Rodach, der die Jahrhunderte alte Verbindung wieder zu einer wichtigen Verkehrsader werden ließ. So sah der Kreisbauausschuss ebenso wie der Kreistag letztlich keine Alternative mehr zu einem raschen Ausbau, auch wenn dieser noch einmal eine Belastung für die Roßfelder und für die Pendler bedeutet, wie Landrat Michael Busch (SPD) bedauerte.

Investitionen gegen den Trend


Er unterstrich, dass der Landkreis hier gegen den Trend handelt und investiert, während andernorts eher zurückhaltend Projekte in Angriff genommen werden. "Das war der vierte Spatenstich in kürzester Zeit", stellte Busch fest. Straßenmeisterei am Landratsamt, Erweiterung und Sanierung der Realschule Coburg II, der Neubau einer Mensa für das Arnold-Gymnasium und die Realschule in Neustadt sowie eben der Ausbau der CO 3 werden etwa 35 Millionen Euro kosten. Aufträge, die das Baugewerbe in der Region gut gebrauchen kann, wie Busch anmerkte.

Die CO 3 macht in der Gesamtrechnung einen Posten von 1,27 Millionen Euro aus. Dabei wird parallel auch eine Lücke im Radwegenetz geschlossen, wie Busch betont.
Die Baufirma versucht die Belastung für die Bürger zu minimieren, indem sie den Bauabschnitt vom Ortseingang Roßfeld bis zur Abzweigung in Richtung der Staatsstraße 2205 besonders schnell fertig stellt. Sobald dieses erste Stück freigegeben werden kann verringert sich der Umweg, der gefahren werden muss bereits deutlich. Allerdings nicht für den Schwerverkehr, der muss weiter über Thüringen im weiten Bogen nach Roßfeld rollen, weil die kleine Straße zur 2205 nicht für große Lasten und Breiten ausgelegt ist.

Bäume bleiben auf einer Seite


Kritik aus der Bevölkerung gab es dafür, dass die Obstbäume, die bisher die Straße säumen, gefällt werden sollten. Die Planung wurde daraufhin angepasst. Die Bäume dürfen auf einer Seite stehen bleiben. Die Akzeptanz für das Projekt wurde damit erheblich verbessert, ist der Landrat überzeugt.
Insgesamt sind die Verantwortlichen durchweg überzeugt, mit der neu ausgebauten CO 3 für mehr Sicherheit auf der Strecke zu sorgen.