Richter Michael Koch, ehemaliger Beisitzer im vorausgegangenen Prozess, sitzt im Zeugenstand und berichtet über die Aussagen der Angeklagten und einiger Zeugen.
Als es um den Ortstermin im Dezember 2014 im Haus von Wolfgang R. geht, wird plötzlich die Sehfähigkeit des Richters diskutiert. Da er eine Brille trägt, beantragt der Verteidiger von Peter G., Stefan Walder, dazu ein Sachverständigengutachten einzuholen. Koch könnte doch andere Wahrnehmungen als der Angeklagte Paul K. gemacht haben, der keine Brille trägt.
Walder hält die "eingeschränkte Sehfähigkeit" des damaligen beisitzenden Richters nicht für "tauglich", um als Zeuge der Inaugenscheinnahme des Tatorts gehört zu werden. Das sei wohl eher der damalige Vorsitzende Richter Gerhard Amend. Er trägt keine Sehhilfe.
Mit einem Schmunzeln diktiert die Vorsitzende Richterin Ulrike Barausch den Antrag. Nach einer kurzen Beratung wird der Antrag, dem sich auch die anderen Verteidiger angeschlossen hatten, abgelehnt und Koch darf weiter aussagen.
Alles in allem brachte der siebenstündige Prozesstag keine neuen Erkenntnisse. Interessant dürfte die Entscheidung über einen erneuten Ortstermin werden. Die Verteidiger stellten den Antrag, die Inaugenscheinnahme des mittlerweile verkauften Hauses im Eichenweg notfalls mit richterlichem Zwang zu erwirken.
Bei der Fortsetzung am Montag, 9. Mai, um 9 Uhr werden die Gutachter gehört.