Die Rettungssanitäter berichten von der Szenerie, die sie damals - im Oktober 2012 - nach dem tödlichen Schuss im Alten Schützenhaus vorfanden.

Zunächst mussten sie demnach davon ausgehen, dass ein Dritter geschossen hatte. Deswegen waren alle sehr vorsichtig. Außerdem hatte ihnen die Polizei aufgetragen, sich vorsichtig zu bewegen, um keine Spuren zu vernichten. "Schnell rein, schnell wieder raus", sagte einer der Zeugen, lautete die Devise. Ulrich S. lag oben auf der Treppe, die ins Dachgeschoss führt und blutete so stark, dass das Blut - laut eines Zeugen - schon unten zur Tür hinauslief. Er sei aber - angesichts seines Zustands - in "erstaunlich guter Verfassung" gewesen, so ein Zeuge.

Einer der Sanitäter führte dann an der ebenfalls auf dem Boden liegenden Marie S. ein EKG durch - Ergebnis: Null-Linie. Die Frau von Ulrich S. war tot.

Marie S. trug ein Nachthemd und war noch geschminkt. Sie lag auf dem Rücken und hatte links unten im Bauch ein Loch. Die Tote habe sich auch schon kühl angefühlt, sagte der Sanitäter aus.

Ulrich S. hat am ersten Verhandlungstag bereits zugegeben, Marie S. erschossen zu haben. Seinen Schilderungen zufolge sei dies aber ein Unfall gewesen, weil er - mit dem Gewehr in der Hand - über seinen Hund gestolpert ist. Vorsitzender Richter Gerhard Amend hat erhebliche Zweifel an dieser Darstellung.