Die Gemeinde stellte erneut der Rettungshundestaffel des Kreisverbands Coburg im Bayerischen Roten Kreuz (RHS BRK Co) gemeindeeigene Waldflächen zum Üben zur Verfügung.

"Die zur Einsatzfähigkeit ausgebildeten BRK-Rettungshunde werden alle 18 Monate erneut überprüft", erklärt Hundestaffel-Ausbilderin Elke Kunz. Dies geschieht unter den Augen von zwei staffelfremden Prüfern auf einem 100 mal 300 Meter großen Gelände, das dem Hundeführer unbekannt ist. Am 1. und 2. Oktober werden sich zwei Teams der Coburger Rettungshundestaffel in Weilheim- Schongau dieser Überprüfung stellen. Darunter sind auch Janina Zähler und ihre vierjährige Hündin Paula.


Möglichst wie im echten Einsatz

Um optimal auf diese erneute Prüfung vorbereitet zu sein, benötigen Mensch und Tier auch im Training immer wieder neue, ihnen unbekannte Gebiete, in denen sie sich wie im Realeinsatz schnell zurechtfinden müssen. Am Samstag sorgte das herbstliche Wetter für optimale Bedingungen, denn im Ernstfall rücken die Teams meist in den Abend- oder Nachtstunden aus.

Bevor Janina Zähler ihre Australian-Shepard-Hündin ins Gelände schickte, studierte sie genau die Karte und zerstreute Puder, um zu sehen, woher der Wind weht, auch wenn Paula als Hund von Haus aus eine gute Spürnase hat. Für Rettungshunde gibt es keine Ausbildung nach dem Lehrbuch, denn jeder Vierbeiner hat individuelle Eigenschaften, Vorlieben oder Lernrhythmen. Da Hund und Mensch bei diesen speziellen Einsätzen aufeinander angewiesen sind, ist das Vertrauensverhältnis besonders wichtig. "Außerdem kann der Hund nicht zu dieser Aufgabe gezwungen werden", betont Ausbilder Oliver Kunz. Es gebe immer erst eine Probezeit für die Teams. Generell eigneten sich viele Hunderassen zu diesem Dienst. Allerdings brächten Hüte- oder Jagdhunderassen schon gute Grundvoraussetzungen mit. Kampfhunde würden grundsätzlich nicht ausgebildet. Darüber hinaus müssten die Hunde auch körperlich fit sein, über hohe Motivation und eine lange Konzentrationsfähigkeit sowie Arbeitswillen verfügen. Am Ende einer erledigten Aufgabe steht immer die Belohnung, über die sich die Vierbeiner natürlich freuen. Paula, die bei der Übung gleich zwei Vermisste finden musste, ließ sich die Leckerlis schmecken. Diese Belohnung erfolgt bei den Trainingseinheiten konsequent.


Schon bei etlichen Einsätzen dabei

Janina Zähler hat es bisher nicht bereut, sich für die Rettungshundestaffel entschieden zu haben. "Auch wenn Paula bisher noch keinen Vermissten gefunden hat, waren wir bei etlichen Einsätzen mit dabei", erzählt sie. Inzwischen hat sich zwischen den beiden eine große Sicherheit und Verlässlichkeit entwickelt. Besonders beeindruckt ist Janina Zähler, dass die Vierbeiner manches schneller lernen als die Menschen.

Die Ausbildung der Hundeführer im BRK ist sehr umfangreich. Neben den in der Prüfung abverlangten Ausbildungen in Erster Hilfe, Karte/Kompass/Orientierung und Funk, werden die Hundeführer ebenso in die Lehre vom Hund, Aufbau der Hilfsorganisation, Recht im Einsatz und erste Hilfe am Hund fortgebildet. Der Hundeführer muss in einer körperlich und psychisch guten Verfassung sowie teamfähig sein und jede Menge Zeit investieren. Die Staffel trainiert zirka fünf Stunden wöchentlich mit den Hunden. Hinzu kommen Fortbildungen, Vorführungen, Einsätze. "Der Hund sollte bei Ausbildungsbeginn nicht älter als drei Jahre sein und muss sich in einer guten körperlichen Verfassung befinden. Rettungshunde, dürfen weder Aggression noch Angst gegenüber Fremdpersonen und Artgenossen zeigen. Außerdem müssen sie zur Mitarbeit mit ihrem Menschen bereit sein", erläutert die Ausbilderin.


Es gibt auch Abendseminare für interessierte Hundehalter

Ihr Wissen über die Erste Hilfe am Hund gibt die Rettungshundestaffel übrigens auch in Abendseminaren an interessierte Hundehalter weiter. Dort werden Verbände angelegt, Herz-Kreislauf-Kontrolle oder auch Herz-Lungen-Wiederbelebung an einem Hunde-Dummy geübt.

Bis Hund und Mensch ein einsatzfähiges Team sind, werden sie zwischen zwei und drei Jahren ausgebildet. Sowohl hinter der Rettungshundearbeit als auch den rund 15 Einsätzen pro Jahr steckt eine beachtliche ehrenamtliche Leistung. Hinzu kommt, dass jeder Hundeführer für die meisten ihm entstehenden Kosten selber aufkommt. Auch wenn Prüfungsgebühren und Einsatzmaterial von der Staffelkasse finanziert werden, erarbeiten die Mitglieder das Guthaben beispielsweise durch Sammlungen im Rahmen von Vorführungen, Spendenaufrufen oder dem Seminar Erste Hilfe am Hund selbst.

BRK-Rettungshundestaffel Coburg

Gründung Die BRK-Rettungshundestaffel BRK Coburg besteht seit 2004.
Seit 2006 ist sie auch für die Polizei bei der Suche nach vermissten Personen in der Stadt und dem Landkreis Coburg sowie Kronach und Lichtenfels im Einsatz.
Derzeit gibt es 14 aktive Hundeführer und fünf Einsatzhelfer. Weitere Informationen sind auf Facebook und auf der Homepage der Rettungshundestaffel www.rhs-coburg.de zu finden.
Umfangreiche Prüfung Innerhalb von 20 Minuten muss das Gebiet abgesucht und vom Hundeführer freigegeben werden. Personen die der Vierbeiner dort findet, werden von seinem zweibeinigen Team-Partner durch Erste-Hilfe-Maßnahmen versorgt. Mittels Funk informiert der Hundeführer dann die Leitstelle über den aktuellen Standort, um so gegebenenfalls weitere Einsatzkräfte, wie etwa Notarzt oder Bergetrupp, nachzufordern.